Düsseldorf (dpa) - Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat zwei Kernaufgaben für den neuen Trainer von Borussia Dortmund ausgemacht. Die Mannschaft habe zu sehr allein auf fußballerisches Vermögen gesetzt, bilanzierte Watzke in der "Rheinischen Post" die zurückliegende Spielzeit.

Der neue Trainer müsse das Team stabilisieren und ihr "die Freude am Job zurückgeben". Der BVB hatte die Saison auf dem vierten Tabellenplatz beendet und es damit gerade noch in die Champions League geschafft. Peter Stöger, der die Mannschaft erst im Dezember übernommen hatte, verkündete anschließend sein Aus als Trainer der Dortmunder. Ein Nachfolger wurde noch nicht benannt.

"Wir hatten ein Führungsvakuum", sagte Watzke der Zeitung. "Uns fehlte ein Stück weit die Griffigkeit, es fehlten Typen wie Vidal und Alonso, auf die du als Gegner zuläufst und schon Angst hast." Zum neuen Trainer sagte der Geschäftsführer, dessen Name werde bekannt gegeben, "wenn der richtige Zeitpunkt gekommen" sei.

Derweil hat der vermeintliche Favorit auf den Job, Lucien Favre, dem BVB angeblich schon von einem Spieler abgeraten. Der "kicker" meldete, Favre habe sein Veto eingelegt gegen eine Verpflichtung von Landsmann Stephan Lichtsteiner (34), der Juventus Turin im Sommer verlassen wird. In Gesprächen mit der sportlichen Leitung des Fußball-Bundesligisten habe Favre den Rechtsverteidiger eher skeptisch beurteilt - zumal die Dortmunder mit Lukasz Piszczek (32) bereits über einen routinierten Stammspieler auf dessen Position verfügen.

Der Schweizer Favre, seit 2016 beim französischen Erstligisten OGC Nizza unter Vertrag, gilt als erste Wahl auf die Stöger-Nachfolge. Da die Saison in Frankreich noch nicht beendet ist und der Tabellensechste aus Nizza am Samstag noch ein Spiel in Lyon bestreiten muss, scheint eine Vorstellung des früheren Gladbach-Coaches beim BVB in dieser Woche unwahrscheinlich. Watzke sagte dazu: "Wir wissen, wen wir wollen und wissen auch, wen wir bekommen. Und das nicht erst seit gestern."

Lichtsteiner hatte unlängst nach sieben Jahren seinen Abschied von Juventus Turin verkündet: "Meine Zukunft wird ganz weit weg sein, das ist sicher", so der Kapitän der Schweizer Auswahl. Der Vertrag des 98-maligen Nationalspielers beim italienischen Renommierclub läuft am Saisonende aus.