London/Frankfurt (dpa) - Bei seinen Aufräumarbeiten macht der neue Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer wie erwartet auch vor einem Stellenabbau nicht Halt.

Um die Wachstumsziele bis 2020 zu erreichen, sollen 350 Arbeitsplätze bei dem Börsenbetreiber gestrichen werden, darunter 50 Führungspositionen. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch anlässlich eines Investorentages in London mit.

Damit nennt das Unternehmen erstmals eine Gesamtzahl - in Medienberichten war seit Ankündigung der Strategie Ende April über eine etwas niedrigere Zahl spekuliert worden. Zunächst ist somit nun ungefähr jede 16. Stelle in dem Dax-Konzern bedroht. Ende vergangenen Jahres beschäftigte die Deutsche Börse 5640 Mitarbeiter. Etwa 2500 davon arbeiten in Deutschland.

Die Deutsche Börse bekräftigte zugleich ihre Absicht, in den nächsten Jahre "eine dreistellige Zahl neuer Stellen in Zukunftsbereichen" zu schaffen und 270 Millionen Euro in Technologien zu investieren. Erwartet wird, dass neue Stellen an billigeren Standorten wie Cork (Irland) oder Prag entstehen werden. Die neuen Mittelfristziele bestätigte der Konzern: Demnach soll der Umsatz jährlich um mindestens 5 Prozent steigen und das Ergebnis um 10 bis 15 Prozent.