Berlin/Stuttgart (dpa) - Im Fall der Abgas-Vorwürfe gegen den Autobauer Daimler sollen heute konkrete Zahlen auf den Tisch kommen.

Zwei Wochen nach ihrem ersten Treffen zu diesem Thema hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) erneut Daimler-Chef Dieter Zetsche ins Ministerium nach Berlin geladen.

Wann genau sich die beiden treffen, ist auch diesmal unklar.

Daimler hat nach Auffassung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) die Diesel-Abgasreinigung beim Kleintransporter Mercedes-Benz Vito manipuliert. Unklar ist, ob sich die fraglichen Programmierungen auch in anderen Fahrzeugen des Herstellers finden - und wenn ja, in wie vielen. Nach dem Termin vor zwei Wochen hatte Scheuer dazu konkrete Ergebnisse in Aussicht gestellt.

Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, habe das KBA inzwischen fünf "unzulässige Abschaltfunktionen" bei Modellen von Daimler entdeckt. Die Behörde gehe dem Verdacht nach, dass diese Software-Funktionen in der neueren Diesel-Flotte mit der Abgasnorm Euro-6 zum Einsatz kommen. Fast eine Million Fahrzeuge sollen betroffen seien.

Das KBA hat für den Vito einen Rückruf angeordnet. Daimler will den Vorwurf der illegalen Abschalteinrichtung nicht hinnehmen und hat einen Widerspruch angekündigt.