Frankfurt/Main (dpa) - Angesichts von Handelskonflikt und Asylstreit haben Anleger am deutschen Aktienmarkt erneut verkauft.

Der Leitindex Dax gab den dritten Tag in Folge nach und verlor 0,22 Prozent auf 12.207,25 Punkte. Er fiel auf den tiefsten Stand seit Anfang April. Vom Hoch am 15. Juni hat der Leitindex mittlerweile fast 1000 Punkte oder knapp 8 Prozent eingebüßt.

In der Auseinandersetzung zwischen den USA und China sprächen die Kontrahenten mittlerweile offen von einem Handelskrieg, merkte Jürgen Michels von der BayernLB an. Hinzu kämen die politischen Turbulenzen in Deutschland und Italien. Der Volkswirt prognostizierte ein nachhaltig hohes Unsicherheitsniveau.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,31 Prozent auf 3358,26 Zähler. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,57 Prozent nach unten auf 25 657,95 Punkte. Der TecDax büßte 1,69 Prozent auf 2698,98 Punkte ein. Hier belasteten hohe Kursverluste von Telekommunikations-Werten.

Aktien der Deutschen Bank fielen am Mittwoch auf ein Rekordtief. Sie büßten bis zu knapp 5 Prozent ein auf 8,755 Euro. Zuletzt lagen sie noch mit 2,2 Prozent im Minus. Gerade die Deutsche Bank berge große Risiken für Anleger, sagte Andrew Lim von der französischen Bank Societe Generale. Sie verliere Marktanteile und sei schwach mit Eigenkapital ausgestattet.

Eine Hochstufung der Covestro-Aktie durch die Bank Baader Helvea auf "Kaufen" ließ den Kurs des Chemiekonzerns um 0,7 Prozent steigen, womit er zu den Gewinnern im Dax zählte.

Aktien von 1&1 Drillisch büßten 8,4 Prozent ein, belastet von einer Abstufung auf "Halten" durch die Commerzbank. Auch der Kurs des Mutterkonzerns United Internet verlor 5,4 Prozent. Papiere von Gerresheimer verbilligten sich um mehr als 5 Prozent. Das Bankhaus Lampe senkte die Aktien des Verpackungsspezialisten auf "Halten".