Bodenheim (dpa) - Nach einem warmen Frühling und dem Turbo-Sommer könnte es dieses Jahr eine ganz besonders frühe Weinlese geben.

"Bei der Reifeentwicklung der Reben ist zurzeit ein Entwicklungsvorsprung von zwei bis drei Wochen zu verzeichnen", sagte der Sprecher des Deutschen Weininstituts, Ernst Büscher, in Bodenheim bei Mainz der Deutschen Presse-Agentur. "Man hört das aus allen Regionen: von Saale-Unstrut bis Baden und von der Mosel bis Sachsen."

Es sei davon auszugehen, dass die Lese für den neuen Wein, den Federweißen, bereits Mitte August beginnen werde. Ausschlaggebend sei das warme Frühjahr mit der frühen Blüte gewesen. "Und dass es jetzt so turbomäßig weiterging, dafür sind die hohen Temperaturen und die Sonne verantwortlich." Noch litten die Reben nicht unter der Trockenheit. "Der Gesundheitszustand ist gut, der Behang auch."

Über bis zu zwölf Meter tiefe Wurzeln erreichten die Rebstöcke noch Wassereserven. Lediglich junge Pflanzen könnten unter Trockenstress leiden. "Aber irgendwann muss es dann noch mal regnen", sagte Büscher.

Er hoffte, dass die Winzer von Unwettern mit Starkregen verschont bleiben. Und: dass der August nicht zu nass und zu kühl werde. "Dann sieht zum jetzigen Zeitpunkt alles richtig gut aus." Frühe Weinlesen gab es bereits 2007 und 2011.

Deutsches Weininstitut