Freiburg (dpa) - Im Hauptprozess um den jahrelangen Missbrauch eines Kindes in Staufen bei Freiburg will das Gericht an diesem Donnerstag (9.00 Uhr) erstmals Mitarbeiter von Jugendamt und Gerichten als Zeugen hören.

Sie sollen nach Angaben des Landgerichts Freiburg zu etwaigen Versäumnissen vernommen werden. In dem Fall gibt es eine Debatte um mögliches Behörden- und Justizversagen.

Dem Jugendamt und zwei beteiligten Gerichten wird vorgeworfen, den heute neun Jahre alten Jungen nicht geschützt zu haben. Sie hatten entschieden, dass er bei seiner Familie bleiben solle, obwohl es Anzeichen für eine Gefährdung des Kindes gab. Angeklagt sind die 48 Jahre alte Mutter des Kindes sowie ihr 39 Jahre alter Lebensgefährte, beides Deutsche (Az.: 6 KLs 160 Js 30250/17). Sie haben gestanden, den in Staufen lebenden Jungen mehr als zwei Jahre lang im Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen zu haben. Ein Urteil soll es Gerichtsangaben zufolge bis Anfang August geben.

In dem Fall gibt es insgesamt acht Beschuldigte. Die Mutter und ihr Lebensgefährte gelten als Hauptbeschuldigte.