Frankfurt/Main (dpa) - Ein möglicher Verzicht der USA auf Einfuhrzölle für europäische Autos hat den deutschen Aktienmarkt beflügelt.

Zudem sorgten erfreuliche heimische Konjunkturdaten für gute Stimmung: Die deutsche Industrie erhielt im Mai deutlich mehr Aufträge als erwartet.

Der Leitindex Dax baute seine Anfangsgewinne aus und stand am Nachmittag 1,37 Prozent im Plus bei 12.486,46 Punkten. Für die anderen deutschen Indizes ging es ebenfalls bergauf: Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg um 0,83 Prozent auf 25.876,79 Punkte, während der Technologiewerte-Index TecDax um 1,48 Prozent auf 2738,29 Zähler zulegte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,22 Prozent auf 3453,82 Punkte hoch.

Die Talfahrt an den asiatischen Börsen setzte sich fort. Am Freitag sollen US-Importzölle auf chinesische Produkte in Kraft treten. Peking hat sofortige Gegenmaßnahmen angekündigt.

Die Aktien der deutschen Autobauer und -zulieferer sowie anderer stark von der Branche abhängiger Unternehmen gehörten zu den Favoriten der Anleger. Nach Gesprächen von Topmanagern der Autobranche mit US-Botschafter Richard Grenell am Mittwochnachmittag war in Industriekreisen von positiven Signalen die Rede.

Daraufhin belegten die Aktien von Volkswagen, BMW und Daimler mit Kursgewinnen von jeweils über vier Prozent vordere Plätze im Dax. Die Papiere des Zulieferers und Reifenherstellers Continental verteuerten sich um mehr als drei Prozent.

Im MDax ging es für die Titel der Conti-Konkurrenten Leoni, Schaeffler, Hella und Dürr ebenfalls deutlich bergauf. Gleiches galt für die Aktien des stark von der Autobranche abhängigen Beleuchtungsspezialisten Osram sowie des Zulieferers und Rüstungskonzerns Rheinmetall.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,15 Prozent am Vortag auf 0,19 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,21 Prozent auf 141,28 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,04 Prozent auf 162,51 Punkte.

Der Euro stieg auf 1,1708 Dollar. Am Mittwoch hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs für die Gemeinschaftswährung auf 1,1642 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8590 Euro gekostet.