Berlin (dpa) - Die riesigen Mengen Plastikmüll in den Weltmeeren bereiten so gut wie allen Deutschen Sorgen. 96 Prozent nannten das in einer repräsentativen Umfrage der Bundesregierung ein "sehr großes" oder "eher großes" Problem.

Die Verschmutzung der Meere mit Erdöl empfinden die Bundesbürger als ähnlich problematisch. "Dazu muss man sagen, dass es kaum um deutschen Plastikmüll geht", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) am Freitag. Das Sammeln von Müll funktioniere in Deutschland. Eine Verantwortung habe das Land trotzdem: "Viele Entwicklungsländer orientieren sich an dem, wie wir konsumieren."

Die Vermüllung der Meere sei vom Randthema zu einem beachteten Umweltthema geworden, sagte Schulze. Dazu trügen Bilder gewaltiger Plastikstrudel, zugemüllter Strände und toter Seevögel bei. "Das ist inzwischen wirklich ein Symbolbild für den schlechten Zustand unserer Meere geworden." Schon 2050 könnte in den Ozeanen Schätzungen zufolge mehr Plastik treiben, als Fische darin schwimmen, warnten die Vereinten Nationen kürzlich. Schulze und die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, Beate Jessel, stellten die Studie zum Naturbewusstsein der Deutschen vor, die alle zwei Jahre erscheint.