St. Petersburg (dpa) - Belgien und England können ihre starke WM in Russland mit einem verbandshistorischen Ergebnis krönen. Mit einem Sieg im Spiel um Platz drei (16.00 Uhr MESZ/ARD und Sky) würden die Roten Teufel das beste Ergebnis überhaupt ihrer Verbandsgeschichte erzielen.

Das bisherige Highlight war ein vierter Platz von 1986. England würde mit einem Erfolg das zweitbeste Resultat für das Mutterland des Fußballs erzielen nach dem Titel 1966 und vor dem vierten Platz 1990.

Gleichzeitig geht es in St. Petersburg wohl auch noch um den Goldenen Schuh des besten Torjägers. Auf den hat Englands Kapitän und Mittelstürmer Harry Kane mit sechs Toren die besten Chancen. Belgiens Romelu Lukaku ist mit vier Treffern sein ärgster Verfolger.

Auf eine mögliche Aufholjagd ihres Stürmers wollen die Belgier aber keine Rücksicht nehmen. "Es gibt Dinge, die wichtiger sind als persönliche Auszeichnungen", sagte Trainer Roberto Martínez an seinem 45. Geburtstag am Freitag: "Das beste belgische Ergebnis der Geschichte würde mehr bedeuten."

Die beiden Rivalen werden wohl spielen. Wer es sonst tut, ist offen. Beide Trainer haben angekündigt, möglichst starke Teams aufzubieten. Beide werden aber jeden angeschlagenen oder müden Spieler schonen.

Festgelegt hat sich Belgiens Coach Martínez darauf, dass Stammkeeper Thibaut Courtois spielen wird. "Auf der Torhüter-Position braucht man Konstanz", sagte er. Die Ersatz-Keeper Koen Casteels (Wolfsburg) und Simon Mignolet (Liverpool) haben als einzige belgische Spieler in Russland noch keine Minute auf dem Feld gestanden. "Wir vertrauen ihnen voll. Aber auf der Torhüter-Position kann man leider keinen für fünf oder zehn Minuten einwechseln", sagte Martínez.

Die Torschützenkönige der Fußball-WM-Endrunden

1930 Uruguay Guillermo Stábile (Argentinien) 8 1934 Italien Oldrich Nejedly (Tschechoslowakei) 5 1938 Frankreich Leonidas (Brasilien) 7 1950 Brasilien Ademir (Brasilien) 9 1954 Schweiz Sandor Kocsis (Ungarn) 11 1958 Schweden Just Fontaine (Frankreich) 13 1962 Chile Garrincha (Brasilien) 4 Vavá (Brasilien) 4 Leonel Sánchez (Chile) 4 Drazen Jerkovic (Jugoslawien) 4 Valentin Iwanow (Sowjetunion) 4 Florian Albert (Ungarn) 4 1966 England Eusébio (Portugal) 9 1970 Mexiko Gerd Müller (Deutschland) 10 1974 Deutschland Grzegorz Lato (Polen) 7 1978 Argentinien Mario Kempes (Argentinien) 6 1982 Spanien Paolo Rossi (Italien) 6 1986 Mexiko Gary Lineker (England) 6 1990 Italien Salvatore Schillaci (Italien) 6 1994 USA Hristo Stoitschkow (Bulgarien) 6 Oleg Salenko (Russland) 6 1998 Frankreich Davor Suker (Kroatien) 6 2002 Japan/Südkorea Ronaldo (Brasilien) 8 2006 Deutschland Miroslav Klose (Deutschland) 5 2010 Südafrika Thomas Müller (Deutschland) 5 2014 Brasilien James Rodríguez (Kolumbien) 6