Kerpen (dpa) - Nach einer Nacht ohne Zwischenfälle im Hambacher Forst setzt die Polizei heute die Räumung der Baumhäuser von Umweltschützern und Braunkohlegegnern fort.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin waren bereits am frühen Morgen wieder mehrere Hundertschaften der Polizei zum Einsatz vor Ort.

Am Donnerstag hatten Spezialkräfte die ersten Aktivisten aus den Baumhäusern geholt und einige der jahrelang geduldeten Bauten zerstört. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Aktivisten und Polizei. In der Nacht sicherten Polizisten die bereits geräumten Waldstücke ab.

Der Energiekonzern RWE will im Herbst weite Teile des Waldes abholzen, um weiter Braunkohle baggern zu können. Vor Beginn der Kohleförderung war der Wald 4100 Hektar groß. Nach Angaben des Tagebau-Betreibers RWE Power wurden bislang 3900 Hektar für den Kohleabbau gerodet.

Der Hambacher Forst liegt im Südosten des Braunkohle-Tagebaus Hambach zwischen Aachen und Köln. Längst ist er zu einem Symbol des Widerstands gegen den Braunkohle-Abbau geworden.

Vor Beginn der Kohleförderung war der Wald 4100 Hektar groß, mittlerweile wurden nach Angaben von RWE 3900 Hektar für den Tagebau gerodet. Im Herbst will der Energiekonzern mehr als die Hälfte des übrig gebliebenen Waldes fällen, um weiter Kohle baggern zu können. Damit anfangen darf RWE frühestens im Oktober.

Gegen die Abholzung gibt es seit langem Proteste. Rodungsgegner haben den Forst in Baumhäusern besetzt. Nach Angaben des Umweltverbands BUND gibt es in dem Gebiet Vorkommen streng geschützter Arten wie Bechsteinfledermaus, Springfrosch und Haselmaus. Außerdem stünden dort jahrhundertealte Buchen und Eichen.

Der Protest vor Ort richtet sich aber auch gegen den Abbau von Braunkohle allgemein. RWE argumentiert, die Abholzung sei unvermeidbar, um die Stromproduktion in den Kraftwerken zu sichern. RWE ist Besitzer des Waldes.