Dresden (dpa) - Nach dem sofortigen Rücktritt des kompletten Präsidiums und drei weiteren hochrangigen Funktionären hat Fußball-Zweitligist versichert, weiter voll handlungsfähig zu sein.

In zwei Pressemitteilungen bestätigte der Traditionsverein zum einen die Rücktritte, über die Medien übereinstimmend berichtet hatte. Zum anderen äußerte sich der Aufsichtsratsvorsitzende Jens Heinig zur heiklen Situation bei den Sachsen, bei denen die internen Machtkämpfe insbesondere um Sport-Geschäftsführer Ralf Minge nun ausgerechnet vor dem Ostduell beim 1. FC Magdeburg am kommenden Samstag eskaliert sind.

Der Verein werde «auch diese schwierige Situation als Herausforderung begreifen und gemeinsam bewältigen», betonte Heinig. Der Aufsichtsrat soll nun zeitnah zusammenkommen und «der Satzung entsprechend Schritte unternehmen, um die Arbeitsfähigkeit des Präsidiums innerhalb der vierwöchigen Kündigungsfrist wieder herzustellen», hieß es in einer der beiden Mitteilungen.

An der Spitze derer, die ihre Funktionen umgehend niederlegten, steht Präsident Andreas Ritter. Er hatte das Amt vor fast acht Jahren im November 2010 übernommen. Neben Ritter waren auch die Vizepräsidenten Diana Schantin und Michael Winkler zurückgetreten. Zudem entschieden sich zu diesem Schritt der Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende André Gasch, der Ehrenratsvorsitzende Klemens Rasel und der Stellvertretende Ehrenratsvorsitzende Michael Walter.

«Wir wurden am Sonntagabend von den persönlichen Konsequenzen und der öffentlichen Erklärung der sechs Gremienmitglieder – insbesondere von der Art und Weise der Rücktritte – überrascht», sagte Heinig. Weil dem Präsidium laut Satzung der SGD nur repräsentative Aufgaben obliegen und «von der rechtsgeschäftlichen Vertretung des Vereins ausgeschlossen» ist, hat der Rückzug zumindest keine Auswirkungen auf das Tagesgeschäft. In Michael Bürger gebe es derzeit einen Nachrückkandidaten für das Präsidium, schrieb der Verein.

Die sechs zurückgetretenen Funktionäre hatten laut MDR und «Bild» in einem gemeinsamen Schreiben die Grabenkämpfe, «die den Frieden in unserer Sportgemeinschaft ernsthaft bedrohen», als Grund für ihre Entscheidung genannt. Diese Zustände seien «von Lügen, Diffamierungen und persönlichen Anfeindungen» getragen.

Hintergrund sollen Machtstreitigkeiten um die Geschäftsführer Minge und Michael Born, zuständig für die kaufmännischen Belange, sein. Die Dynamo-Fans hatten sich am Sonntag am Rande der 0:1-Heimniederlage gegen die SpVgg Greuther Fürth klar für Minge positioniert.

«Klar ist, dass wir als Verein ohne Wenn und Aber große atmosphärische Herausforderungen vor uns haben, denen wir uns – nicht nur auf der nächsten Mitgliederversammlung – stellen werden», betonte Heinig. Die Mitgliederversammlung findet am 17. November statt.