Luxemburg (dpa) - Die Euro-Finanzminister sind angesichts der geplanten Ausgabenerhöhung des hoch verschuldeten Italiens in Sorge. «Italien beschäftigt uns alle», sagte der Eurogruppen-Vorsitzende Mario Centeno am Rande des Treffens in Luxemburg. «Wir haben Fragen und erwarten Antworten.»

Italien weist mit rund 132 Prozent der Wirtschaftsleistung die höchste Schuldenquote in Europa nach Griechenland auf. Erlaubt sind nach den sogenannten Maastricht-Kriterien lediglich 60 Prozent. Italien ist daher verpflichtet, langfristig seine Schulden zu reduzieren.

Die Regierungskoalition aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega hatte in der vergangenen Woche dennoch eine deutlich höhere Neuverschuldung angekündigt. 2019, 2020 und 2021 soll das Defizit demnach bei 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen.

Den vollständigen Haushaltsentwurf muss Rom bis 15. Oktober an die EU-Kommission übermitteln. Diese muss ihn dann im Detail prüfen.

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