Duisburg (dpa) - Er war Ex-Profi, Fan-Liebling und Aufstiegstrainer - doch all das hielt Ilja Gruew nach dem komplett verkorksten Saisonstart nicht mehr im Amt.

Nach nur zwei Punkten aus acht Spielen ist der Trainer beim Fußball-Zweitligist MSV Duisburg beurlaubt worden. Das gab der Verein bekannt.

Der Tabellenletzte reagierte damit auf den schlechten Saisonstart mit nur zwei Punkten aus acht Spielen. Wer das Team am 8. Oktober bei Tabellenführer 1. FC Köln betreut, ist noch offen. Der Verein will den Nachfolger «zeitnah» vorstellen. Der Ex-Braunschweiger Torsten Lieberknecht ist offenbar ein Kandidat, nach Informationen der Funke Mediengruppe auch der Ex-Bochumer Ismail Atalan. Auch Gruews Assistent Jontscho Arsow wurde von seinen Aufgaben entbunden.

Die Entscheidung tue weh, man habe sie «nach langen, intensiven Überlegungen und schweren Herzens gefällt», erklärte Präsident Ingo Wald. «Kontinuität ist beim MSV nicht nur ein Schlagwort. Wir leben diese Nachhaltigkeit. Allerdings darf Kontinuität auch nicht zum Selbstzweck werden», sagte Sportdirektor Ivica Grlic: «Wir wissen, dass wir jetzt dringend einen notwendigen Impuls setzen müssen, um unser großes Ziel Klassenerhalt überhaupt verwirklichen zu können.»

Der 48 Jahre alte Gruew war seit dem 3. November 2015 und damit seit fast drei Jahren als Cheftrainer im Amt. Länger hatte sich beim MSV nur Friedhelm Funkel gehalten, der zwischen Mai 1996 und März 2000 bei den Meiderichern arbeitete. Als Profi verpasste Gruew Funkel damals knapp. Der ehemalige bulgarische Nationalspieler kam im Sommer 2000 nach Duisburg und blieb bis 2004.

Zwischen 2012 und 2013 war er Co-Trainer von Kosta Runjaic und Karsten Baumann beim MSV, nachdem er zuvor auch ein halbes Jahr Lothar Matthäus bei der bulgarischen Nationalmannschaft assistiert hatte. Als Chefcoach hatte er den Abstieg in die 3. Liga nicht verhindern können, schaffte aber den direkten Wiederaufstieg und wurde im Vorjahr Siebter. «Die fast drei Jahre hier als Cheftrainer waren für mich mehr als ein Job. Der MSV lag mir immer am Herzen und er wird mir auch künftig nicht egal sein», sagte Gruew, der nach Uwe Neuhaus (Dresden) und Stefan Leitl (Ingolstadt) als dritter Zweitliga-Trainer vorzeitig gehen muss.

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