Frankfurt/Main (dpa) - Schlechte Konjunkturdaten, teils enttäuschende Unternehmenszahlen und eine schwache Tendenz an der Wall Street haben den deutschen Aktienmarkt auch am Mittwoch ins Minus gedrückt.

Der Dax zehrte im späten Handel seinen Nachmittagsgewinn von bis zu 0,8 Prozent komplett auf und schloss 0,73 Prozent tiefer bei 11.191,63 Punkten. Mit 11 166 Zählern war er kurz zuvor auf das niedrigste Niveau seit Dezember 2016 gefallen. Der MDax, der die mittelgroßen Werte abbildete, schloss mit einem Rückgang um 0,57 Prozent bei 23.278,15 Punkten.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte 0,34 Prozent auf 3130,33 Zähler ein. In Frankreich rutschte der Cac 40 um rund 0,3 Prozent ab, in Großbritannien schaffte der FTSE 100 ein Plus von rund 0,1 Prozent. In New York durchbrach der US-Leitindex Dow Jones Industrial im frühen Geschäft die Marke von 25.000 Punkten und lag zum Handelsschluss in Europa rund 0,7 Prozent im Minus.

Am Mittwoch wurden die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone veröffentlicht, die hinter den Markterwartungen zurückblieben. «Sehr wahrscheinlicher Grund für die schwachen Konjunkturzahlen: die zähen Brexit-Verhandlungen und die weiter angespannte Lage zwischen Brüssel und Rom», meinte Jens Klatt, Vermögensverwalter bei JK Trading.

Hierzulande galt es zur Wochenmitte Resultate der Deutschen Bank zu verarbeiten. Das Institut konnte seine Anleger aber nicht damit überzeugen, nach drei Verlustjahren für 2018 wieder einen Gewinn anzupeilen. Analysten äußerten sich enttäuscht zum dritten Quartal. Die Papiere sackten um rund 4,8 Prozent ab und gehörten damit zu den schwächsten Dax-Werten.

Aktien von Adidas waren dagegen mit einem Plus von 1,8 Prozent besonders gefragt, während der jüngste Kursrutsch bei Infineon um 4,7 Prozent weiterging. Beide Papiere wurden in unterschiedlichen Richtungen von branchenweiten Trends beeinflusst. Lifestyle-Produkte wie im Falle von Adidas waren unter anderem wegen positiver Umsatzzahlen des Luxusgüterkonzerns Kering gefragt. Auch Puma profitierte davon im MDax mit einem Anstieg um 1,4 Prozent.

Für die Anteile der Deutschen Telekom ging es um 0,9 Prozent nach oben. Sie setzten damit ihre jüngste relative Stärke im Vergleich zum Gesamtmarkt fort. Einen neuen Schub verlieh nun eine optimistische Stimme des Bankhauses Metzler.

Der Stahlhändler Klöckner & Co enttäuschte mit Zahlen zum dritten Quartal. Die Aktie fiel in einem insgesamt trüben Branchenumfeld um über 10 Prozent. Die Stahlbranche allgemein litt unter einer Kürzung des Gewinnausblicks des österreichischen Stahlkonzerns Voestalpine. Salzgitter-Papiere büßten mehr als 5 Prozent und Thyssenkrupp-Anteile 2,3 Prozent ein. Die Aktien des Verpackungsanlagenherstellers Krones fielen nach einer Gewinnwarnung um mehr als 8 Prozent.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,27 Prozent am Vortag auf 0,23 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent auf 141,00 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,29 Prozent auf 160,11 Punkte zu.

Der Kurs des Euro fiel erstmals seit August wieder unter die Marke von 1,14 US-Dollar. Belastet von enttäuschenden Stimmungsdaten aus der Wirtschaft der Eurozone wurden zuletzt nur noch 1,1391 Dollar für die Gemeinschaftswährung gezahlt. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) auf 1,1389 Dollar festgesetzt.