Hamburg (dpa) - Viel Zeit bleibt Hannes Wolf vor seiner ersten Prüfung beim Hamburger SV nicht. Einen Tag nach seiner offiziellen Vorstellung bittet der neue Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten seine Mannschaft am Vormittag zur ersten Übungseinheit.

Schon am Freitag gibt der 37-Jährige im Auswärtsspiel beim 1. FC Magdeburg seinen Einstand als Coach des Traditionsclubs. «Wir werden nicht aufsteigen, wenn wir heute darüber reden, sondern wenn wir intensiv arbeiten und diese Liga und jedes Spiel annehmen», sagte Wolf bei seiner Präsentation als Nachfolger des kurz zuvor freigestellten Christian Titz. Nach dem Spiel in Magdeburg folgt die Pokal-Aufgabe beim SV Wehen Wiesbaden. Am 5. November steht dann das Gipfeltreffen gegen Bundesliga-Mitabsteiger 1. FC Köln an.

Wolfs Auftrag ist klar: Er soll die schwächelnde Mannschaft stabilisieren und auf Kurs Wiederaufstieg bringen. Zuletzt überzeugte das junge Team um die Routiniers Lewis Holtby und Aaron Hunt nicht und rutschte auf Rang fünf - zwei Plätze hinter dem FC St. Pauli - in der Tabelle ab. Immerhin liegen die Hamburger nach zehn Spieltagen nur zwei Zähler hinter dem Spitzenreiter aus Köln.

Dass er Aufstieg kann, bewies Wolf beim VfB Stuttgart. Er hatte in ähnlicher Situation wie jetzt in Hamburg die Schwaben übernommen und anschließend 2017 souverän als Zweitliga-Meister in die Bundesliga zurückgeführt. Im vergangenen Januar war aber Schluss in Stuttgart. Dass beim HSV die Dienstzeiten von Trainern auch eher kurz waren, schreckt ihn nicht. «Der HSV ist eine Herausforderung», sagte Wolf, der einen Vertrag bis Ende Juni 2020 erhielt.

Die Verantwortlichen sind von dem 14. Cheftrainer (ohne Interimstrainer) des HSV seit 2008 überzeugt. Er stehe zu «120 Prozent» hinter der Entscheidung für Wolf, sagte Vorstandschef Bernd Hoffmann. Sportvorstand Ralf Becker, treibende Kraft beim überraschenden Trainerwechsel meinte: «Er steht wie kein Zweiter für die Entwicklung junger Spieler, und er ist eines der größten Trainertalente in Deutschland.»

Hoffmann und Becker gehen mit der Trennung von Titz auch ein Risiko ein. Immerhin hatte der langjährige Nachwuchstrainer seit seiner Beförderung zu den Profis im März die Fans wieder für die Mannschaft begeistert, war beliebt bei den Anhängern und den Spielern und hatte etliche junge Spieler gefördert. Das muss Wolf erst einmal gelingen.

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