Calgary (dpa) - Ein Kompromissvorschlag soll das drohende Aus der Olympia-Bewerbung von Calgary für die Winterspiele 2026 vorerst verhindern.

Vor einer möglicherweise schon entscheidenden Abstimmung im Stadtrat haben sich die kanadische Regierung und die Regierung der Provinz Alberta auf einen Vorschlag für Einschnitte bei den Kosten verständigt. Das teilte das örtliche Bewerbungskomitee mit. Bürgermeister Naheed Nenshi sagte laut Zeitung «Calgary Herald»: «Ich bleibe optimistisch, dass hier etwas möglich ist.» Olympia-Unterstützer wollten sich um 9.00 Uhr Ortszeit (16.00 Uhr MEZ) vor der Abstimmung am Rathaus versammeln.

Laut Kompromissvorschlag sind vor allem Kürzungen bei den Ausgaben für das Sicherheitspersonal vorgesehen. «Dies ist ein sinnvoller Vorschlag und ein guter Deal für Calgarys Bürger», erklärte Vorstand Scott Hutcheson vom Bewerbungskomitee in einer Stellungnahme. Er zeigte sich zuversichtlich, dass mit beiden Regierungen ein grundsätzliches Abkommen erreicht werden könne und wertete dies als bedeutsam vor der Sitzung des Stadtrates an diesem Mittwoch.

Noch am Dienstag hatte sich das Bewerbungskomitee dafür ausgesprochen, die Bewerbung umgehend zu stoppen und das für den 13. November geplante Referendum abzusagen. Im Stadtrat müssten sich am Mittwoch zehn der 15 Mitglieder gegen den Fortgang der Bewerbung aussprechen, um ihr Aus zu besiegeln. Über den Ausrichter der übernächsten Winterspiele will das IOC im Juni 2019 in Lausanne entscheiden.

Das IOC hatte auf seiner Session Ende September in Buenos Aires den Kreis der Bewerber auf Calgary, Stockholm und Mailand/Cortina beschränkt. In der schwedischen Hauptstadt gibt es von Seiten der Politik aber erhebliche Widerstände gegen eine Bewerbung, und in Italien ist die Finanzierung möglicher Spiele unklar. Das türkische Erzurum blieb auf der Strecke, da es laut IOC noch nicht reif für die Spiele ist. Die österreichische Kombination Graz/Schladming und das Schweizer Sion waren zuvor schon ausgestiegen.

Es ist erklärtes Ziel des IOC, nach den Spielen in Sotschi (2014), Pyeongchang (2018) und Peking (2022) wieder in ein traditionelles Wintersportland zurückzukehren. IOC-Ehrenmitglied Gian Franco Kasper sagte in der vergangenen Woche beim Forum Alpinum im österreichischen Sölden: «Ich hoffe, dass wir am Ende noch Kandidaten haben. Das hoffe ich wirklich.»

Das IOC fand zuletzt kaum noch Olympia-Interessenten. Für die Winterspiele 2022 waren nur das letztlich siegreiche Peking und Almaty in Kasachstan übrig geblieben. Wegen eines Mangels an Bewerbern wurden die Sommerspiele 2024 und 2028 zuletzt in einem beispiellosen Verfahren an Paris und Los Angeles vergeben.

Bericht der Zeitung "Calgary Herald"

Informationen zur Olympia-Bewerbung Calgarys

Mitteilung Bewerbungskomitee zum Kompromissvorschlag