Frankfurt/Main (dpa) - Angetrieben von der Wall Street hat der deutsche Aktienmarkt am letzten Tag des enttäuschenden Börsenmonats Oktober noch einmal mit deutlichen Gewinnen geschlossen.

Der Dax ging am Mittwoch mit einem Plus von 1,42 Prozent bei 11.447,51 Punkten aus dem Handel. Für den zurückliegenden Monat, in dem die internationalen Zollkonflikte sowie der Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU-Kommission die Stimmung getrübt hatten, verbuchte der Leitindex jedoch immer noch ein Minus von sechseinhalb Prozent. Es war die schwächste Monatsbilanz seit dem Januar 2016.

Der MDax, in dem die Aktien der mittelgroßen Unternehmen notiert sind, stieg um 2,08 Prozent auf 24.180,16 Punkte. Für den SDax ging es um 2,38 Prozent auf 11.032,56 Zähler nach oben.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann 1,60 Prozent auf 3197,51 Punkte. In Frankreich rückte der Cac 40 um 2,3 Prozent vor, in Großbritannien festigte sich der FTSE 100 um 1,3 Prozent. In New York notierte der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa rund 1,2 Prozent höher.

Aus Branchensicht waren am Mittwoch die Aktien von Unternehmen aus der Halbleiter-Industrie besonders gefragt. Neben positiven Vorgaben von der US-Technologiebörse Nasdaq vom Vorabend wirkten sich starke Geschäftszahlen von Dialog Semiconductor und Samsung positiv auf die Kauflaune der Anleger aus.

So gewannen die Papiere des Halbleiter-Konzerns Infineon 3,75 Prozent. Die Anteilscheine des Apple-Zulieferers Dialog rückten als Spitzenreiter im SDax um 9,44 Prozent vor und erreichten das höchste Niveau seit März. Die Titel des auf die Chipindustrie spezialisierten Anlagenbauers Aixtron schnellten um weitere 7,66 Prozent nach oben. Damit summierte sich ihr Kursplus in den vergangenen fünf Handelstagen bereits auf mehr als 40 Prozent.

Beim Sportartikel-Hersteller Adidas sorgten die schon vortags euphorisch aufgenommenen Zahlen des US-Rivalen Under Armour für Rückenwind: Die Aktien legten um knapp 3 Prozent zu. Die Papiere der Deutschen Post verloren hingegen am Dax-Ende mehr als 2 Prozent, nachdem die Bundesnetzagentur die geplante Erhöhung des Briefportos vorerst auf Eis gelegt hatte.

Die anfangs weniger starken Airbus-Titel verbuchten letztlich einen Kursgewinn von 4,37 Prozent. Die Geschäfte des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns waren im dritten Quartal besser als erwartet. Doch wegen der Probleme des Triebwerksherstellers Rolls-Royce musste der Flugzeugbauer seine Produktionspläne für 2018 kappen.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,23 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 141,11 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,01 Prozent auf 160,27 Punkte. Der Kurs des Euro stand zuletzt bei 1,1316 US-Dollar. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) zuvor auf 1,1318 Dollar festgesetzt.