Frankfurt/London (dpa) - Europas große Banken müssen erneut beweisen, dass sie für Krisen gerüstet sind.

Beim dritten großen EU-weiten Stresstest nach 2014 und 2016 wollten die Aufseher unter anderem wissen, ob die Kapitalpuffer der Institute dick genug sind, wenn die Konjunktur einbricht und die Immobilienpreise in den Keller gehen.

Die Ergebnisse der Prüfung veröffentlichen die europäische Bankenaufsicht EBA und die Europäische Zentralbank (EZB) an diesem Freitag (18.00 Uhr deutscher Zeit).

Untersucht wurden in dem EBA-Test 48 Banken aus 15 europäischen Staaten. Darunter sind 8 deutsche Institute: Deutsche Bank und Commerzbank, die DZ Bank als Spitzeninstitut des genossenschaftlichen Sektors, die vier führenden Landesbanken LBBW, BayernLB, Helaba und NordLB sowie das staatliche Förderinstitut NRW.Bank.

Parallel dazu nahm die EZB weitere 54 Institute unter die Lupe, die sie direkt beaufsichtigt. Für diese Banken werden die Aufseher aber keine detaillierten Zahlen veröffentlichen.

Formale Durchfaller wird es bei den Tests nicht geben, weil die Aufseher keine standardisierten Kapitalquoten vorgegeben haben, die Banken erfüllen müssen. Schneiden Banken schlecht ab, können die Aufseher sie aber durchaus verpflichten, Kapitalpuffer zu verstärken.

Besonderes Augenmerk gilt den italienischen Banken. Sie haben nicht nur einen Berg an faulen Krediten in ihren Büchern, bei denen Kunden Probleme mit der Rückzahlung haben. Zur Belastung könnten für die Institute angesichts des Schuldenkurses der italienischen Regierung auch ihre großen Bestände an Anleihen ihres Heimatlandes werden.