Köln/Wien (dpa) - Die Sängerin Lena Meyer-Landrut hat mit ihrem Spiegel-Selfie gegen Mobbing im Netz aus Sicht einer Expertin genau richtig reagiert.

Indem sie die Beleidigungen auf den Spiegel schreibe, zeige sie das Problem, ohne den Beschimpfern selbst eine Bühne zu bieten, sagte die österreichische Buchautorin Ingrid Brodnig («Hass im Netz. Was wir gegen Hetze, Mobbing und Lügen tun können») der Deutschen Presse-Agentur. «Sie entwendet ihre Worte, um es zu thematisieren. Das finde ich als Ebene sehr klug.»

Auf dem Bild bei Instagram zeigt Meyer-Landrut (27, «Satellite») sich mit Beleidigungen wie «hässlich und nichts wert» oder «Du dumme Schlampe». Das Bild bekam bereits über 140.000 Likes und Tausende Kommentare, unter denen viele positive, aber auch kritische Stimmen waren.

Verfassern von Hasskommentaren gehe es oft um Demütigung, sagte Brodnig. Dabei erlebten Frauen oft noch eine andere Form von Mobbing als Männer. «Wenn Frauen online beleidigt werden, dann geht es sehr schnell um das Körperliche, dann wird es erniedrigend, das Aussehen wird herabgewertet, man wird als Schlampe bezeichnet.»

Solche Erlebnisse anzusprechen, sei wichtig. «Auch wenn jemand total berühmt ist, nagt das an einem. Niemand ist so hart, dass das komplett spurlos an einem vorübergeht», sagte Brodnig, die auch als Journalistin arbeitet. «Das Schlimmste ist, wenn Opfer sowas in sich hineinfressen, wenn sie das nicht teilen.»

Instagram-Post von Leny Meyer-Landrut