Frankfurt/Main (dpa) - Sorgen um das weltweite Wirtschaftswachstum, Italiens Staatshaushalt und weiterhin schwache US-Börsen haben den Dax am Dienstag auf den tiefsten Stand seit Dezember 2016 gedrückt. Mit einem kräftigen Abschlag von 1,58 Prozent auf 11 066,41 Punkten beendete der deutsche Leitindex den Handel.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen, der MDax, verlor 1,73 Prozent auf 23 003,77 Punkte und sackte damit auf das tiefste Niveau seit Februar 2017. Für den SDax ging es um fast 2 Prozent abwärts. «Das Vertrauen der Anleger schwindet», kommentierte Marktanalyst David Madden von CMC Markets UK.

Deutlich sichtbar wird die zunehmende Skepsis der Anleger beim Blick auf Wirecard. Die 2017 und auch in diesem Jahr stark gestiegenen Aktien des Zahlungsabwicklers büßten knapp 6 Prozent ein. Und das, obwohl der Dax-Aufsteiger wegen des Booms im Onlinehandel auch für das kommende Jahr optimistisch ist.

Dax-Schlusslicht allerdings waren die Anteile von Covestro, die um 15,6 Prozent einbrachen. Der Kunststoffhersteller kann seine Jahresziele nun doch nicht mehr erreichen. Harter Wettbewerb, hohe Kosten infolge des niedrigen Rheinwasserpegels und Rückstellungen wegen eines neuen Sparprogramms verhageln den Jahresschluss 2018. K+S und Evonik wurden in Sippenhaft genommen und büßten im MDax 4,6 beziehungsweise 5,3 Prozent ein.

Der Chemiekonzern BASF enttäuschte mit seinem Ziel für das jährliche operative Ergebniswachstum, das zwischen drei und fünf Prozent liegen soll. Analysten zufolge hatte der Markt etwas mehr erwartet. Die Papiere sanken um etwas mehr als 4 Prozent.

Ebenfalls schwach waren die Anteilscheine der Deutschen Bank unterwegs, die am Vormittag auf ein Rekordtief von 8,054 Euro abgesackt waren. Zum Schluss büßten sie noch 4,8 Prozent auf 8,153 Euro ein. Einmal mehr hatten am Morgen Medienberichte die Runde gemacht, wonach das Institut angeblich in den Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank verwickelt sein soll. Die Deutsche Bank teilte dazu mit, dass sie als Korrespondenzbank für die Danske Bank in Estland tätig gewesen sei. Die Geschäftsbeziehungen seien 2015 beendet worden, nachdem verdächtige Aktivitäten bei Kunden dem Institut festgestellt worden seien.

Europaweit bot sich ein ähnlich trübes Bild wie am deutschen Markt: Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, büßte 1,40 Prozent auf 3116,07 Punkte ein und auch die Börsen in Paris und London schlossen schwach. In den USA gab der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa 1,5 Prozent ab.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,23 Prozent am Vortag auf 0,21 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,10 Prozent auf 141,23 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,13 Prozent auf 160,91 Zähler vor. Der Kurs des Euro sank am Abend auf 1,1386 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1421 (Montag: 1,1427) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8756 (0,8751) Euro gekostet.