Frankfurt/Main (dpa) - Die anhaltenden Sorgen um das weltweite Wirtschaftswachstum und Italiens Staatshaushalt haben den Dax noch tiefer nach unten gezogen.

So fiel der deutsche Leitindex bis zum Mittag um 0,96 Prozent auf 11.136,70 Punkte. Damit steuerte das Börsenbarometer allmählich wieder auf sein im Oktober erreichtes Tief seit Ende 2016 bei 11.051 Zählern zu.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax verlor 1,11 Prozent auf 23.148,13 Punkte. Er war zwischenzeitlich auf das tiefste Niveau seit März 2017 zurückgefallen.

«Die internationalen Börsen bleiben in der unsicheren Gemengelage aus (geo-)politischen Störfeuern, der Angst vor einer neuen Eurokrise, steigenden Zinsen in den USA und einer schleichenden Abschwächung der globalen Konjunkturdynamik gefangen», schrieb Carsten Mumm von der Privatbank Donner & Reuschel. Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg resümierten: «Die Skepsis gewinnt wieder die Oberhand.»

Angesichts dessen nehmen die Anleger bei den im vergangenen und in diesem Jahr stark gestiegenen Aktien von Wirecard immer mehr Gewinne mit. Die Papiere des Dax-Aufsteigers fielen am Dax-Ende um 5,56 Prozent, obwohl der Zahlungsabwickler auch wegen des Booms im Onlinehandel für das kommende Jahr optimistisch ist.

Ebenfalls schwach waren die Anteilsscheine der Deutschen Bank, die am Vormittag auf ein Rekordtief von 8,05 Euro abgesackt waren. Zuletzt büßten sie noch rund 3 Prozent ein. Ihnen setzte insbesondere der deutliche Anstieg der Renditen für italienische Staatsanleihen zu, der mit einem entsprechenden Kursrutsch der festverzinslichen Papiere einherging. Diese liegen in den Depots vieler Banken.

Der italienische Vize-Premier und Chef der Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, machte die Ablehnung des Haushalts 2019 durch die EU-Kommission für den Anstieg der Renditen italienischer Staatsanleihen verantwortlich. Die Europäische Union habe sich wie eine Wand gegen Italien gestellt. Die EU-Kommission will bald über die Einleitung eines Defizitverfahrens gegen Italien entscheiden.

Gut ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt will BASF-Chef Martin Brudermüller den Chemiekonzern mit einer neuen Strategie profitabler machen. Allerdings peile das Unternehmen beim operativen Ergebnis weniger an als vom Markt erwartet, schrieb Markus Mayer von der Baader Bank. Insofern fielen die Anteilsscheine um über 3 Prozent.