Frankfurt/Main (dpa) - Die anhaltenden Wachstumssorgen und schlechte Unternehmensnachrichten haben den deutschen Aktienmarkt in die Knie gezwungen.

Der deutsche Leitindex Dax weitete seine Vortagesverluste deutlich aus und sackte bis zum frühen Nachmittag um 1,52 Prozent auf 11.073,13 Punkte ab.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax verlor 2,16 Prozent auf 22.902,08 Punkte. Der Nebenwerteindex SDax büßte zuletzt 2,55 Prozent ein, nachdem er bereits zu Handelsbeginn auf ein Jahrestief abgesackt war.

Die Anleger nehmen bei den in diesem Jahr stark gestiegenen Aktien von Wirecard immer mehr Gewinne mit. Die Papiere des Dax-Aufsteigers fielen um rund 8 Prozent, obwohl der Zahlungsabwickler auch wegen des Booms im Onlinehandel auch für das kommende Jahr optimistisch ist.

Am Dax-Ende knickten die Aktien von Covestro um 12 Prozent ein, nachdem der Spezialchemiekonzern kurz vor dem Jahresschluss doch noch die Ergebnisprognose gesenkt hatte. Im Sog dessen verloren die Papiere des Branchenkollegen Evonik rund 6 Prozent.

Gut ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt will BASF-Chef Martin Brudermüller den Chemiekonzern mit einer neuen Strategie profitabler machen. Allerdings peile das Unternehmen beim operativen Ergebnis weniger an als vom Markt erwartet, schrieb Analyst Markus Mayer von der Baader Bank. Die Anteilsscheine fielen um rund 4 Prozent.

Ebenfalls schwach waren die Anteilsscheine der Deutschen Bank, die am Vormittag auf ein Rekordtief von 8,054 Euro abgesackt waren. Zuletzt büßten sie noch knapp 4 Prozent ein. Ihnen setzte unter anderem der zwischenzeitlich deutliche Anstieg der Renditen für italienische Staatsanleihen zu. Diese liegen in den Depots vieler Banken.

Zudem hatten im frühen Handel einmal mehr Medienberichte die Runde gemacht, wonach die Deutsche Bank angeblich in den Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank verwickelt sein soll. Die Deutsche Bank erklärte dazu, dass sie als Korrespondenzbank für die Danske Bank in Estland tätig gewesen sei. Ihre Rolle sei gewesen, Zahlungen für die Danske Bank abzuwickeln. Die Geschäftsbeziehungen seien 2015 beendet worden, nachdem verdächtige Aktivitäten bei Kunden der Danske Bank festgestellt worden seien.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,23 Prozent am Vortag auf 0,21 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,10 Prozent auf 141,23 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,11 Prozent auf 160,87 Punkte zu. Der Kurs des Euro notierte bei 1,1414 US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8761 Euro. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1427 (Freitag: 1,1346) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte insofern 0,8751 (0,8814) Euro gekostet.