Düsseldorf (dpa) - Eurowings-Passagiere am Düsseldorfer Flughafen müssen mit Flugausfällen rechnen. Im Rahmen eines Warnstreiks legten Beschäftigte der Lufthansa-Tochter am Morgen ihre Arbeit nieder.

Nach Angaben von Eurowings sind 18 Flüge betroffen, der Airport sprach am Morgen von 14 Verbindungen. Die Kunden seien vorab informiert worden, die Ticketschalter wurden zur Sicherheit dennoch mit mehr Mitarbeitern als sonst besetzt. «Die Lage im Terminal ist ruhig», sagte eine Flughafensprecherin.

Eurowings riet den Fluggästen, sich rechtzeitig am Airport einzufinden, da es zu Verzögerungen beim Check-in und im Sicherheitsbereich kommen könne. Passagiere sollten sich zudem vorab auf www.eurowings.com, in der Eurowings-App oder über die Hotline (+49 180 6 320 320) informieren, ob ihr Flug stattfindet. In einer Mitteilung hatte die Airline aber betont, in Düsseldorf «die weit überwiegende Mehrheit ihrer Flüge durchführen zu können». Andere Standorte sind demnach nicht betroffen.

Im Tarifstreit mit der Fluggesellschaft hatte die Gewerkschaft Verdi das Kabinenpersonal der Airlines Eurowings und LGW zu einem Warnstreik von 4.30 Uhr bis 12.30 Uhr aufgerufen. Bereits am frühen Dienstagmorgen habe es eine gute Beteiligung gegeben, sagte Verdi-Sprecher Volker Nüsse. «Wir sind ganz entschlossen und kämpferisch.»

Nach Gewerkschaftsangaben beschäftigt Eurowings 500 der mehr als 1000 Kabinenbeschäftigten am Hauptstandort Düsseldorf. Die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) ist ebenfalls für Eurowings unterwegs.

Verdi reagiere mit dem Warnstreik auf die Weigerungshaltung der Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen, erklärte die Gewerkschaft. Sie fordert unter anderem verlässliche Dienstpläne, Arbeits- und Bereitschaftszeiten, aber auch einen schlagkräftigen Betriebsrat. Eurowings lehne dies ab und ändere Arbeitszeiten ohne tarifliche Grundlage, klagt die Gewerkschaft. So gebe es bis zu 18 Stunden lange Dienste, was Tarifverträgen widerspreche.

Eurowings verurteilte ihrerseits das Vorgehen der Gewerkschaft. Der Streikaufruf erfolge, obwohl die Fluggesellschaft bereits die nächsten Gesprächstermine mit Verdi vereinbart habe. «Dieses Verhalten ist für niemanden mehr nachvollziehbar», teilte das Unternehmen mit.

Bei den Verhandlungen mit der LGW geht es um eine Beschäftigungsgarantie und die Gehälter von rund 350 Flugbegleitern. Hier verweigere das Unternehmen weitere Verhandlungen, kritisiert Verdi. Bereits Ende Oktober seien Verhandlungen über einen Sozialplan für rund 200 Flugbegleiter der Station Berlin-Tegel gescheitert. Die einstmalige Air-Berlin-Tochter LGW wolle die Station im kommenden Jahr schließen.