Düsseldorf (dpa) - Der Tarifkonflikt bei Eurowings hat am Dienstag Hunderte Passagiere der Lufthansa-Tochter ausgebremst. Wegen eines Warnstreiks am Düsseldorfer Flughafen blieben bis zum Mittag mehr als 25 der rund 30 geplanten Flüge am Boden, teilte die Gewerkschaft Verdi mit.

Die Streikbereitschaft sei enorm gewesen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Volker Nüsse. «Beinahe die komplette Frühschicht hat sich am Streik beteiligt.» Nach Angaben von Eurowings und dem Flughafen wurden Kunden vorab informiert. Andere Standorte waren laut Airline nicht betroffen.

Im Tarifstreit mit der Fluggesellschaft hatte Verdi das Kabinenpersonal der Airlines Eurowings und der Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) zu dem Warnstreik von 4.30 Uhr bis 12.30 Uhr aufgerufen. Verdi reagiere mit dem Warnstreik auf die Weigerungshaltung der Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen, erklärte die Gewerkschaft. «Wir streiken, damit wir inhaltlich in den Verhandlungen vorankommen», sagte Nüsse. «Mit dem heutigen Tag setzen wir ein Zeichen, damit wir uns bei den Gesprächen nicht immer im Kreis drehen.» Weitere Warnstreiks seien vom Erfolg der Verhandlungen abhängig.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem verlässliche Dienstpläne, Arbeits- und Bereitschaftszeiten, aber auch einen schlagkräftigen Betriebsrat. Eurowings lehne dies ab und ändere Arbeitszeiten ohne tarifliche Grundlage, klagt die Gewerkschaft. So gebe es bis zu 18 Stunden lange Dienste, dies widerspreche aber den Tarifverträgen.

Eurowings verurteilte das Vorgehen. Der Streikaufruf erfolge, obwohl die Fluggesellschaft bereits die nächsten Gesprächstermine mit Verdi vereinbart habe. «Dieses Verhalten ist für niemanden mehr nachvollziehbar», teilte das Unternehmen mit.

Nach Gewerkschaftsangaben beschäftigt Eurowings 500 der mehr als 1000 Kabinenbeschäftigten am Hauptstandort Düsseldorf. Die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) ist ebenfalls für Eurowings unterwegs. Bei diesen Verhandlungen geht es um eine Beschäftigungsgarantie und die Gehälter von rund 350 Flugbegleitern. Hier verweigere das Unternehmen weitere Verhandlungen, kritisiert Verdi.

Bereits Ende Oktober seien Verhandlungen über einen Sozialplan für rund 200 Flugbegleiter der Station Berlin-Tegel gescheitert. Die einstmalige Air-Berlin-Tochter LGW wolle die Station im kommenden Jahr schließen.