Berlin (dpa) - Der Leiter der Minijobzentrale, Erik Thomsen, hält eine Anhebung der 450-Euro-Verdienstgrenze für Minijobs für richtig.

«Im Bereich der Sozialversicherungen werden viele Größen regelmäßig angepasst. Es wäre systemgerecht, wenn auch die Entgeltgrenze für Minijobs angehoben würde», sagte Thomsen den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Thomsen ist einer der Sachverständigen, die an diesem Montag zu einer Anhörung im Bundestag geladen sind. Dabei geht es um einen Gesetzentwurf der FDP-Fraktion, mit dem die Verdienstgrenze für Minijobs erhöht und an die Entwicklung des Mindestlohns gekoppelt werden soll.

Der 2015 eingeführte Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro pro Stunde sowie zum 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro. Wegen der festen 450-Euro-Grenze reduzieren sich bei jeder Mindestlohnerhöhung die Stunden, die ein Minijobber arbeiten darf. Ab Januar sind es nur noch 49 statt wie bisher 51 Stunden.

«Bleibt die Entgeltgrenze unverändert, führt der steigende Mindestlohn dazu, dass zur Verfügung stehende Arbeitszeit sinkt», sagte Thomsen. Minijobber könnten nicht von steigenden Löhnen profitieren. Sie müssten womöglich dieselbe Arbeit in weniger Zeit schaffen.