Berlin (dpa) - SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat den Vorschlag des Kandidaten für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, zu Steuervorteilen für eine Altersvorsorge über Aktien zurückgewiesen.

Merz hatte am Wochenende vorgeschlagen, die Altersvorsorge über Aktien steuerlich zu begünstigen. «Ich spreche über eine ergänzende Altersvorsorge, die neben die gesetzliche Rentenversicherung treten muss», sagte der frühere Unionsfraktionschef am Sonntag in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin». Es gebe bereits eine ganze Reihe von steuerlichen Begünstigungen. «Ich würde die gerne bündeln, ich würde sie gerne konzentrieren, ich würde sie vor allem gerne auf die Altersversorgung ausrichten», sagte der 63-Jährige.

Das hält Klingbeil für den falschen Weg. «Wir sind gerade dabei, die gesetzliche Rente zu stärken», sagte der SPD-Generalsekretär. Das helfe der großen Mehrheit und sei der richtige Weg. «Nicht die Privatisierungsfantasien der CDU.» Merz bewirbt sich neben CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) als einer von drei prominenten Christdemokraten auf die Nachfolge von Angela Merkel an der Parteispitze.

CSU-Chef Horst Seehofer reagierte verhalten auf Merz' Vorschlag. «Hauptelement und Fundament der Alterssicherung muss auch in Zukunft die gesetzliche Rente sein», sagte der Innenminister dem «Münchner Merkur» (Dienstag). «Aktien können erfahrungsgemäß auch an Wert verlieren», gab Seehofer zu bedenken.

Merz ist Aufsichtsratsvorsitzender beim Vermögensverwalter Blackrock Deutschland. Mit zuletzt rund 6,4 Billionen Dollar (etwa 5,7 Bio Euro) an Anlegergeldern ist Blackrock der größte Vermögensverwalter der Welt. Die Firma ist über diverse Branchen und Sektoren hinweg einer der wichtigsten Investoren rund um den Globus und hält auch Aktienpakete an etlichen deutschen Großkonzernen.