Berlin (dpa) - Im Bahn-Tarifkonflikt bemühen sich Arbeitgeber und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) nun den vierten Tag in Folge um eine Lösung.

Die seit Dienstag laufenden Gespräche werden frühestens am Freitagmittag in Berlin fortgesetzt, wie Sprecher der Bahn und der EVG am Morgen auf Anfrage sagte. Dabei geht es vor allem um mehr Lohn und Gehalt für rund 160.000 Beschäftigte der Bahn.

Ein weiterer Warnstreik ist derzeit nicht angekündigt. "Wir sind nach wie vor bemüht, ein Ergebnis am Verhandlungstisch zu erreichen", hatte ein EVG-Sprecher am Donnerstag bekräftigt. "Wir werden uns die Zeit nehmen, die nötig ist."

Derweil verschärft die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), die parallel zur EVG mit der Deutschen Bahn verhandelt, den Ton im Tarifkonflikt.

Deren Vorsitzender Claus Weselsky berichtete in der Nacht, Unterhändler beider Seiten hätten sich zwar am Vortag in Eisenach in allen Punkten auf einen Tarifvertrag geeinigt. "Irrwitzigerweise versucht die DB, die Unterzeichnung in die nächste Woche zu verschieben."

Das sei unverständlich, unlogisch und nicht hinnehmbar, kritisierte Weselsky. "Wer sich so verhält, versucht Tarifergebnisse zu manipulieren." Für eine Einigung setzte die GDL der Bahn ein Ultimatum: Bis Freitag um 11.00 Uhr "steht die GDL in Eisenach uneingeschränkt für Verhandlungen zur Verfügung", heißt es in der Mitteilung. Die GDL verhandelt für rund 36.000 Beschäftigte des Zugpersonals.

Die EVG hatte am Montag zu einem Warnstreik aufgerufen, der den Zugverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahmlegte. Die Bahn unterbreitete der EVG und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Mittwoch ein neues Angebot, machte aber keine Details öffentlich. Die Bahn will in getrennten Gesprächen mit beiden Gewerkschaften vergleichbare Ergebnisse erzielen.

Die Gewerkschaften waren vor zwei Monaten mit der Forderung von insgesamt 7,5 Prozent mehr Geld in die Verhandlungen gegangen. Vor dem EVG-Warnstreik hatte die Bahn eine Einkommenserhöhung in zwei Stufen angeboten: 2,5 Prozent ab März 2019 und weitere 2,6 Prozent ab Januar 2020, dazu eine Einmalzahlung von 500 Euro, bei einer Vertragslaufzeit von 29 Monaten.

Das Angebot vom Mittwoch sah laut GDL-Chef Claus Weselsky in der ersten Stufe ein Lohnplus von 3,2 Prozent vor - jedoch bei einer Laufzeit von 34 Monaten. Aus Weselskys Sicht ist das keine Verbesserung. Je länger die Laufzeit eines Vertrages ist, desto geringer fällt die effektive Lohnerhöhung auf ein Jahr gesehen aus.

EVG zur Tarifrunde 2018

GDL zur Tarifrunde 2018

Deutsche Bahn zur Tarifrunde 2018

HDL-Mitteilung vom 14.12.