Wien/München (dpa) - Heftiger Schneefall hat am Wochenende vor allem im Süden Bayerns und in Österreich den Straßen-, Schienen- und Luftverkehr beeinträchtigt.

Viele Urlauber blieben auf dem Rückweg aus den Weihnachtsferien stecken. Tausende Touristen waren zeitweise in den österreichischen Skigebieten Obertauern und Saalbach-Hinterglemm eingeschlossen. Die Zufahrtsstraßen wurden gesperrt, weil das Risiko von Lawinenabgängen zu hoch war. Für eine Lawinensprengung wurde außerdem die für den Reiseverkehr wichtige Tauernautobahn gesperrt.

Im gesamten deutschen Alpenraum galt am Sonntag die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Schnee verschüttete am Samstag in den Chiemgauer Alpen eine 20 Jahre alte Tourenskifahrerin. Die Frau aus dem Berchtesgadener Land wurde komplett verschüttet und starb. Ihre fünf Begleiter wurden von dem Schneebrett nicht erfasst.

Im österreichischen Vorarlberg kam in Schoppernau am Sonntag ein Deutscher bei einem Lawinenabgang ums Leben. Der 26-Jährige stammte aus dem bayerischen Landkreis Dachau, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Skifahrer war demnach trotz hoher Lawinengefahr abseits der gesicherten Pisten unterwegs. Seine Begleiterin und die Bergrettung gruben ihn schnell aus den Schneemassen aus. Der junge Mann konnte jedoch nicht mehr reanimiert werden. Am Sonntagabend meldete die Vorarlberger Polizei einen weiteren Lawinentoten im nahe gelegenen Gebiet von Damüls. Über seine Herkunft gab es vorerst keine Angaben.

In Zell am See wurde ein deutscher Snowboarder nach einer Nacht im Freien am Sonntag unverletzt gerettet. Er habe in einer selbstgebauten Schneehöhle unter einem Baum übernachtet, berichtete der 23-Jährige aus Würzburg den Rettern. Zuvor habe er aufgrund schlechter Sichtverhältnisse unfreiwillig die Piste verfehlt und sei immer mehr in unwegsames Gelände gekommen.

Während sich die Situation am Flughafen München am Sonntag entspannte, meldete die Deutsche Bahn etliche Streckensperrungen. Auf den Straßen kam es zu vielen Unfällen - nicht nur in und an den Alpen in Bayern und Österreich, sondern etwa auch im Schwarzwald.

In Oberbayern starb ein 19-Jähriger bei einem Autozusammenstoß auf schneeglatter Straße nahe Bad Tölz. Vier weitere Menschen wurden bei dem Unfall verletzt, zwei davon schwer. In der Nähe des Chiemsees wurde die A8 bei Siegsdorf zeitweise gesperrt, weil Bäume unter der Schneelast auf die Fahrbahn ragten. In München wurden Linienbusse, die sich festgefahren hatten, von der Feuerwehr wieder flott gemacht.

Am Münchner Flughafen waren Räumdienste am Dreikönigswochenende fast ununterbrochen damit beschäftigt, die Start- und Landebahnen von den Schneemassen zu befreien. Für Sonntag wurden nur noch wenige Annullierungen erwartet, am Samstag waren es etwa 130.

Bahnreisende brauchten besonders in Bayern viel Geduld: Der starke Schneefall behinderte den Zugverkehr vor allem südlich und westlich von München. Etliche Verbindungen im Allgäu und zum Beispiel Richtung Garmisch-Partenkirchen waren bis auf weiteres gesperrt. Wegen der schweren Schneelast fielen Bäume in Gleise und auf Oberleitungen.

Glück im Unglück hatten rund 300 Reisende, deren Nachtzug nach Zürich in der Nähe von Kitzbühel in Österreich mit einem umgestürzten Baum kollidierte. Nach vier Stunden auf offener Strecke wurden die Waggons in einen Bahnhof geschleppt, wo die unverletzten Passagiere mit warmen Getränken versorgt wurden.

Im österreichischen Saalbach-Hinterglemm waren zeitweise rund 12 000 Wintersportler eingeschlossen. Rund 50 Prozent der Urlauber kommen hier aus Deutschland. Sie seien nicht in Gefahr, beruhigte Bürgermeister Alois Hasenauer. «Wir sind im Ort gut versorgt», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. In Obertauern konnte am Sonntagnachmittag ein Konvoi von Urlaubern das eingeschneite Skigebiet verlassen. Alle Urlauber die abreisen wollten, konnten das tun, sagte der Bürgermeister von Untertauern, Johann Habersatter.

Unter der Schneelast zusammengebrochene Bäume verursachten in Österreich auch Stromausfälle. In Tirol warnten die Behörden wegen der Gefahr von Baumstürzen vor Wanderungen und Waldspaziergängen.

Am Sonntag hielt im Alpenraum der starke Schneefall zunächst noch an, bereits in den Vortagen war verbreitet mehr als ein Meter Neuschnee gefallen. Die Experten erwarteten für die nächsten Tage aber eine leichte Entspannung der Lawinenlage, wenn sich der Neuschnee setzt.

Die neue Woche beginnt der Vorhersage zufolge in Deutschland meist bedeckt und besonders in der Osthälfte gebietsweise mit Regen oder Sprühregen. Im Süden und in den östlichen Mittelgebirgen soll es teils bis in tiefe Lagen schneien, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. An den Alpen nehme die Intensität der Schneefälle ab. Für den Westen und Nordwesten Deutschlands erwartete der DWD oft trockenes Wetter. Im Laufe des Montagnachmittags sei jedoch von der Nordsee her mit neuem Regen zu rechnen.

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