Berlin (dpa) - Der Griff zu Fertiggerichten liege im Trend, sagte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung des Ernährungsreports 2019.

Während es für 99 Prozent auf den Geschmack, für 91 Prozent auf die Gesundheit und immerhin 48 Prozent auf eine einfache Zubereitung ankommt, stehen Kaloriengehalt und Preis etwas weiter hinten.

Gut ein Drittel (36 Prozent) finden den Brennwert besonders wichtig, knapp ein Drittel (32 Prozent) den Preis der Nahrungsmittel.

Klöckner zieht daraus Schlüsse für die Reduzierung von Zucker, Fett und Salz in Fertiggerichten, die sie gemeinsam mit der Lebensmittelbranche voranbringen will: «Dass wir alle gerne theoretisch einen Plan machen können, was gesund ist, aber am Ende wird es alles nichts bringen, wenn es nicht schmeckt.» Deswegen werde nicht von heute auf morgen vorgeschrieben, den Zucker etwa um die Hälfte zu reduzieren. Produkte würden dann zum Ladenhüter.

Der jährliche Ernährungsreport beruht auf einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa. Demnach essen 28 Prozent der Deutschen täglich Fleisch und Wurst, nur ein Prozent vegan und sechs Prozent vegetarisch. Zwischen Ost- und Westdeutschland gibt es sichtbare Unterschiede: Im Osten essen nach eigenen Angaben - 43 Prozent täglich Fleisch und Wurst, im Westen nur 26 Prozent. Andererseits geben im Osten 80 Prozent an, täglich Obst und Gemüse zu essen, im Westen sind es nur 69 Prozent.