Frankfurt/Main (dpa) - Die Ablehnung des Brexit-Abkommens durch das britische Parlament hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt nicht aus der Ruhe gebracht.

Das Brexit-Chaos scheint auf dem Parkett inzwischen keinen mehr wirklich zu beeindrucken. Viele Investoren setzen wohl zudem auf irgendeine Form der Einigung in letzter Minute.

Der Dax notierte am Nachmittag bei 10.893,90 Punkten prozentual kaum verändert. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 trat auf der Stelle. Kursgewinne von 0,43 Prozent auf 22.736,02 Punkten gab es hingegen im MDax.

Im Dax bauten die Aktien der Deutschen Bank ihre kräftigen Gewinne nach überraschend guten Quartalszahlen der Bank of America und Goldman Sachs noch etwas aus.

Mit plus 3,2 Prozent waren sie der stärkste Wert im deutschen Leitindex. Zuvor hatte bereits ein weiterer Pressebericht über ein mögliches Zusammengehen mit der Commerzbank die Fusionsfantasie genährt und den Kurs angetrieben. Die Commerzbank-Papiere verteuerten sich im MDax zuletzt um 2,7 Prozent.

Die Anteile der Lufthansa und der Deutschen Post erholten sich mit plus 2,6 beziehungsweise plus 2,3 Prozent von ihren Vortagesverlusten.

Deutliche Bewegungen zeigten zudem einige Aktien nach Umstufungen durch Analysten. So gab eine Kaufempfehlung der UBS der jüngsten Erholung von Fuchs Petrolub weiteren Schub. Die Anteile des Schmierstoffherstellers gewannen an der MDax-Spitze 4,5 Prozent.

Negative Nachrichten gab es vom Online-Möbelversender Home24, der im vergangenen Jahr weniger umgesetzt hat als zuletzt noch gehofft. Die im Sommer an die Börse gebrachte Rocket-Internet-Beteiligung hatte erst im November die Prognose für das Umsatzplus gesenkt. Die Aktien verloren nun mehr als 12 Prozent.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,06 Prozent am Vortag auf 0,07 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,06 Prozent auf 142,43 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,12 Prozent auf 164,53 Punkte.

Insgesamt verhalten reagierten der Euro wie auch das Pfund auf das vom britischen Parlament abgelehnte Austrittsabkommen. Die Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,1393 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1424 (Montag: 1,1467) US-Dollar festgesetzt.