Melbourne (dpa) - Das deutsche Tennis-Aufgebot bei den Australian Open wird immer kleiner. Am vierten Turniertag schieden Philipp Kohlschreiber, Maximilian Marterer und Laura Siegemund in der zweiten Runde aus.

Der dreimalige Achtelfinalist Kohlschreiber unterlag in einem hart umkämpften Match dem Portugiesen João Sousa 5:7, 6:4, 6:7 (4:7), 7:5, 4:6. Damit haben am vierten Turniertag von den sieben gestarteten deutschen Herren nur noch Alexander Zverev und Maximilian Marterer die Chance, unter die letzten 32 einzuziehen.

Kohlschreiber musste sich Sousa an einem schwül-heißen Tag nach 4:18 Stunden geschlagen geben. Ein Aufschlagverlust zum 1:2 im fünften Satz und eine verpasste Chance, zum 4:4 auszugleichen, brachten die Entscheidung. Zum Anfang des vierten Satzes war die Partie für mehr als eine Stunde wegen Regens unterbrochen, auch danach gab es immer wieder Pausen, weil es tröpfelte. Der Nürnberger Marterer schied später als vorletzter der sieben deutschen Herren aus. Der Weltranglisten-71. verlor 6:7 (8:10), 6:7 (8:10), 7:5, 4:6 gegen den an Nummer 28 gesetzten Franzosen Lucas Pouille.

Siegemund scheiterte als vorletzte der sechs deutschen Tennis-Damen in der zweiten Runde. Nach dem 3:6, 4:6 gegen die Weltranglisten-27. Hsieh Su-Wei aus Taiwan ist nur Angelique Kerber in Melbourne in Runde drei dabei. Die Wimbledonsiegerin trifft am Freitag zur deutschen Vormittagszeit im letzten Spiel des Tages in der Rod-Laver-Arena auf die australische Außenseiterin Kimberly Birrell.

Siegemund war über den verpassten Sprung in die dritte Runde zwar enttäuscht, aber insgesamt nicht unzufrieden. «Für mich ist das trotzdem ein großer Erfolg. Ich bin auch zufrieden, wie ich heute gespielt habe», sagte die Metzingerin. Nach einem 2017 erlittenen Kreuzbandriss versucht Siegemund seit ihrer Rückkehr, an alte Form anzuknüpfen. Derzeit ist die Schwäbin die Nummer 110 der Weltrangliste, dürfte aber einen Schritt nach vorn machen.

Zwei Tage nach ihrem überraschenden Erfolg gegen die frühere Weltranglisten-Erste Victoria Asarenka aus Weißrussland konnte Siegemund nicht ganz an diese Leistung anknüpfen. Gegen die 33-jährige Hsieh, die sie bestens aus gemeinsamen Doppel-Auftritten kennt, lag Siegemund nach nur sieben Minuten schon 0:3 zurück. «Sie ist eine Spielerin, gegen die fühlst du dich nie wohl. Man kriegt fast nie einen Ball, der angenehm ist.»

Gegen die sehr konstant agierende Asiatin machte die 30-Jährige zu viele Fehler, um es nach 2016 zum zweiten Mal unter die letzten 32 der Australian Open zu schaffen. Siegemund stemmte sich nach dem 2:5 im zweiten Satz zwar gegen das Aus, doch nach 1:33 Stunden musste sie sich der letztjährigen Achtelfinalistin geschlagen geben.

Andrea Petkovic kehrte drei Tage nach ihrer Aufgabe im Einzel, als sie wegen starken Schwindels nicht weiterspielen konnte, auf den Platz zurück. Im Doppel schied die Darmstädterin an der Seite von Einzel-Olympiasiegerin Monica Puig aus Puerto Rico aber aus. Gegen Eri Hosumi aus Japan und Alicja Rosolska aus Polen hieß es 5:7, 4:6.

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