München (dpa) - Knapp zwei Monate nach der Rücktrittserklärung von Horst Seehofer will die CSU an diesem Samstag einen neuen Parteichef wählen.

Auf dem Sonderparteitag in München ist der bayerische Ministerpräsidenten Markus Söder der alleinige Kandidat für die Nachfolge. Für die CSU geht es auf dem Parteitag, zu dem auch die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer erwartet wird, aber um weit mehr als nur um die Neuwahl ihres Parteichefs.

Das Treffen der rund 900 Delegierten in der kleinen Olympiahalle markiert zugleich auch den Startpunkt in das für die CSU wichtige Europawahljahr und läutet offiziell auch ihre strukturelle Erneuerung ein. Seit Wochen sprechen Söder und Seehofer von einer dringenden Reform der Partei als Reaktion auf die zuletzt schlechten Ergebnisse bei den Wahlen 2017 und 2018. Sowohl im Bund als auch im Land musste die CSU schmerzhafte Niederlagen verkraften bis hin zum Verlust der absoluten Mehrheit im bayerischen Landtag.

Passend zum Neuanfang steht Söders voraussichtlich einstündige Rede unter dem Titel "Zeit für neue Stärke". Ein weiterer Höhepunkt des Parteitags ist die Verabschiedung des Leitantrags zur Europawahl am 26. Mai. Erstmals in ihrer Geschichte ist der CSU-Spitzenkandidat - Parteivize Manfred Weber - auch Spitzenkandidat der CDU und der Europäischen Volkspartei. Weber hat bei einem Wahlsieg Chancen auf das Amt des EU-Kommissionspräsidenten. In München will er zu den Delegierten sprechen.