Athen (dpa) – Fünf Monate nach Auslaufen der Hilfsprogramme für Griechenland haben die Geldgeber des hoch verschuldeten Euro-Landes die zweite sogenannte erweiterte Kontrolle in Athen gestartet.

Damit soll sichergestellt werden, dass Griechenland seinen Reformkurs fortsetzt. Wie aus Kreisen des Finanzministeriums in Athen verlautete, gehe es etwa um den Umgang mit ausfallgefährdeten Krediten, den Werdegang der Privatisierungen und Pläne der Regierung unter dem linken Premier Alexis Tsipras, den Mindestlohn von aktuell monatlich 586 Euro um zehn Prozent zu erhöhen.

An den Kontrollen nehmen Experten der Europäischen Zentralbank (EZB), des Euro-Rettungsfonds ESM, der EU sowie des Internationalen Währungsfonds (IWF) teil. Die Überwachung sieht vor, dass Vertreter der Institutionen alle drei Monate nach Griechenland reisen, um eine Bestandsaufnahme zu machen.

Nach acht Jahren unter einem Rettungsschirm hatte Griechenland am 20. August 2018 das dritte Hilfsprogramm der Europäer abgeschlossen. Mit den Kreditgebern war aber vereinbart worden, dass die Entwicklung der griechischen Staatsfinanzen vierteljährlich kontrolliert wird.

Bei Einhaltung des Reformkurses soll als eine Art Belohnung bis zum Jahr 2022 jährlich eine Milliarde Euro an Athen überwiesen werden. Das Geld stammt aus Gewinnen der Zentralbanken der Euro-Zone aus Ankäufen griechischer Staatsanleihen.