London/Frankfurt (dpa) - Der britische Touristikkonzern Thomas Cook stellt seine Airline-Sparte mit der deutschen Condor zum Verkauf.

«Gestern wurden mehrere Investmentbanken beauftragt, diesen Prozess aktiv zu begleiten», sagte Airline-Chef Christoph Debus der Deutschen Presse-Agentur. Das geschehe nicht unter Zeitdruck, so dass er mit einem mehrmonatigen Prozess rechne.

«Es handelt sich um eine strategische Entscheidung des Konzerns, der sich auf seine eigenen Hotels und die Digitalisierung der Vertriebswege konzentrieren will. Zudem sollen die Schulden zurückgefahren werden», begründete Debus die Entscheidung. «Für Kunden ändert sich nichts. Condor wird weiterhin die Flüge wie geplant durchführen.»

Mit einem Investor würde für die Zukunft eine Kooperation vereinbart werden, um die Thomas-Cook-Gäste zu ihren Zielen zu bringen. Es sei noch nicht entschieden, ob die drei Airlines mit 103 Flugzeugen in Deutschland, Großbritannien und Skandinavien zusammen oder in Teilen verkauft werden. «Wir befinden uns sehr früh in diesem Prozess, können uns aber alle Optionen vorstellen.»

Die Belegschaft müsse sich keine Sorgen machen, meinte Debus. «Die TC-Airline-Gruppe hat in jedem Jahr Gewinne gemacht und auch im schwierigen Jahr 2018 bewiesen, dass ihr Geschäftsmodell funktioniert», erklärte der Manager mit Blick auf einen operativen Gewinn von 129 Millionen britischen Pfund (147 Mio Euro) im vergangenen Geschäftsjahr. Darauf könne man aufbauen. «Ein strategischer Investor kann das Geschäft besser weiter entwickeln.» Von rund 9000 Beschäftigten der TC-Airlines arbeiten etwa 4000 bei der deutschen Gesellschaft Condor mit Hauptsitz in Frankfurt.