Crans Montana (dpa) - Bei dem Lawinenabgang auf eine Skipiste in den Schweizer Alpen sind am Dienstag mindestens vier Menschen verletzt worden, eine davon schwer.

Das berichtete der Einsatzleiter der Polizei, Christian Varone, am Abend bei einer Pressekonferenz im Skiort Crans Montana. Es seien mehr als 240 Retter im Einsatz. Nicht auszuschließen sei, dass unter den Schneemassen weitere Opfer eingeschlossen seien. Der Bürgermeister des Ortes hatte am Nachmittag von möglicherweise bis zu zwölf Vermissten gesprochen.

Ein Lawinenabgang auf eine ausgewiesene Skipiste sei äußert selten, sagte Thomas Stucki, Leiter des Lawinenwarndienstes beim Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Ihm sei in der Schweiz aus den vergangenen zehn Jahren nur ein Unfall mit einem Todesopfer bekannt. Skigebiete werden überall durch Zäune und Verbauung oberhalb der Pisten vor Lawinen geschützt. Gefährliche Schneeansammlungen werden gesprengt. Die meisten Lawinen gehen abseits der Pisten ab. Gefährdet sind dabei Tourengänger, die sich auf eigene Gefahr außerhalb der präparierten Pisten aufhalten.

Das Unglück ereignete sich an den Hängen des knapp 3000 Meter hohen Berges Pointe de la Morte. Crans Montana liegt im Kanton Wallis im Südwesten der Schweiz. Betroffen war die Piste Kandahar, wie die Bergbahnen mitteilten. Zu der Piste heißt es auf der Webseite der Skiregion, dass sie zu einer «Skiroute schwere Klasse» gehört. Das betroffene Pistenstück soll auf halber Höhe zwischen der Gondelstation Les Violettes und dem Gipfel liegen.

In Crans Montana soll am kommenden Wochenende das FIS Ski-Weltcuprennen stattfinden. In dem Ort wohnte jahrzehntelang der britische Schauspieler Roger Moore. Er starb 2017 in der Schweiz.

Sender Rhone FM mit Fotos

Mitteilung Crans Montana

Skigebiet