Moskau (dpa) - Zum 15. Mal hält Russlands Präsident Wladimir Putin heute seine Rede an die Nation.

Diesmal steht vor allem die Frage im Raum, mit welchen Ideen der 66-Jährige die wirtschaftliche und soziale Lage verbessern will, die er nach rund 20 Jahren an der Macht - davon zeitweise als Regierungschef - mit verantwortet.

Die Zustimmungswerte des Präsidenten sind knapp ein Jahr nach seiner Wiederwahl nicht die besten. Es gab Proteste, weil das Rentenalter erhöht wird. Zudem stieg zum Jahresbeginn die Mehrwertsteuer um zwei Punkte auf 20 Prozent. Der Frust wegen teurer Lebensmittel ist groß.

In den vergangenen Tagen hat Putin laut Kreml viele Gespräche geführt, aber immer wieder auch Sport getrieben, um sich auf die Programmrede vorzubereiten. Dabei dürfte er sich vor den Hunderten Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Kultur und Gesellschaft einmal mehr zu Rüstungsfragen und zu wirtschaftlichen Sanktionen gegen sein Land äußern.

Putins Rede im vorigen Jahr ist im Westen noch in bester Erinnerung. Damals präsentierte er in einer Videoshow neue Waffensysteme. Wie im Vorjahr tritt er auch diesmal nicht im prunkvollen Kremlpalast auf - der wird gerade saniert. Eingeladen ist die Elite des Landes nun in das aus Zarenzeiten stammende Handelszentrum Gostiny Dwor in Kremlnähe.