Hameln (dpa) - Das offenkundige Behördenversagen im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz ist heute Thema in einem niedersächsischen Landtagsauschuss.

Der Landrat von Hameln, Tjark Bartels, soll zu den Vorwürfen gegen das Jugendamt seines Kreises Stellung nehmen. Der SPD-Politiker wird im Sozialausschuss des Parlaments in Hannover zu den Vorgängen rund um den Missbrauchsfall in Lügde befragt.

Bartels hatte am Dienstag eingeräumt, dass das Jugendamt des Kreises Hameln-Pyrmont trotz mehrfacher Hinweise auf Pädophilie einen heute 56-Jährigen als Pflegevater für ein kleines Mädchen eingesetzt hatte. Bereits 2016 hätten eine Jobcenter-Mitarbeiterin, ein anderer Vater sowie eine Kindergarten-Psychologin einen entsprechenden Verdacht geäußert.

Diese Hinweise seien auch in den Akten des Kreises vermerkt gewesen. In der Vergangenheit hatte der Landrat immer nur davon gesprochen, seine Behörde habe nur Hinweise auf die vermüllten Wohnverhältnisse des Mannes gehabt. Lügde liegt direkt an der Landesgrenze von Nordrhein-Westfalen zu Niedersachsen.