Oslo (dpa) - Die Strapazen einer langen Saison waren Denise Herrmann nach ihrem nächsten Podest-Coup nicht anzusehen. Fröhlich lachte die Weltmeisterin nach ihrem zweiten Platz in der Verfolgung von Oslo und winkte gut gelaunt ins Publikum.

Zum vierten Mal in diesem Winter stand die 30-jährige Sächsin beim Weltcup-Finale der Biathleten auf dem Podest. Nur die fehlerfreie Olympiasiegerin Anastasija Kuzmina aus der Slowakei war schneller und lag nach zehn Kilometern am Holmenkollen 1:42,8 Minuten vor ihr. Dritte wurde die schwedische Einzel-Olympiasiegerin Hanna Öberg (1 Fehler).

«Ich bin noch nie so gut durch eine Saison gekommen und hatte am Ende so ein gutes Gefühl, da haben wir mit den Trainern wirklich eine gute Arbeit gemacht», sagte Herrmann, die zweimal in die Strafrunde musste, der Deutschen Presse-Agentur: «Ich bin in perfekter Form auf den Ski und darüber gerade einfach nur glücklich.»

Als Fünfte war die ehemalige Langläuferin in die Loipe gegangen und kämpfte sich knapp zwei Wochen nach dem Gewinn der Goldmedaille im schwedischen Östersund konzentriert nach vorne. «Der WM-Erfolg ist für das Selbstbewusstsein immer gut. Ich bin froh, dass ich noch mit so viel Energie am Start stehen zu können», sagte Herrmann.

Franziska Preuß, die im Sprint Platz zwei belegt hatte, fiel nach dem zweiten Schießen mit zwei Fehlern zunächst weit zurück und wurde nach insgesamt drei Strafrunden immerhin noch Siebte. Franziska Hildebrand (3) schaffte es auf Rang 19.

Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier leistete sich am Schießstand ebenfalls drei Patzer und musste sich zwei Tage nach dem 27. Rang im Sprint mit fast vier Minuten Rückstand als 20. zufrieden geben. «Es ist die ersten drei, vier Runden wirklich sehr, sehr gut gegangen. Aber auf der letzten Runde hat es mir förmlich den Stecker gezogen», sagte Dahlmeier. «Der Akku ist bei vielen leer. Es wäre auch komisch, wenn man jetzt sagt, man fühlt sich frisch und könnte noch mal drei Monate so weitermachen.»

Zum Saison-Abschluss findet am Sonntag (13.45 Uhr/ARD und Eurosport) in Oslo der Massenstart statt, ehe sich die Skijäger in die lange Sommerpause verabschieden. Herrmann will dabei versuchen, vielleicht noch ihren dritten Saisonsieg einzufahren: «Ich hoffe der Wind spielt mit, dann ist vieles möglich.»

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