Frankfurt/Main (dpa) - Die Beweislage in Prozessen gegen IS-Rückkehrer ist laut einer Wissenschaftlerin oft schwierig.

«Zeugen sind oft tot oder sie sind in einem anderen Land und ohne weiteres nicht auffindbar», sagt die Frankfurter Wissenschaftlerin Susanne Schröter vom Forschungszentrum Globaler Islam. Im Rahmen eines wissenschaftlichen Projektes werden dort auch Prozesse gegen mutmaßliche Islamisten beobachtet und analysiert.

«Vergangene Prozesse haben gezeigt, dass es sehr schwer ist, Beweise zu finden, die vor einem deutschen Gericht so weit anerkannt werden, dass sie zu einer Verurteilung führen.» Es müsse daher damit gerechnet werden, dass Rückkehrer frei gesprochen werden oder nach einer kurzen Untersuchungshaft wieder auf freien Fuß kommen.

Das müsse allerdings nicht bedeuten, dass es sich um relativ harmlose Mitläufer handele. «Etliche von ihnen muss man als gefährlich einschätzen», sagte Islamwissenschaftlerin Schröter. «Eine Distanzierung vom IS erfolgt außerordentlich selten - und wenn, wird sie meist von den Anwälten eingebracht. Überzeugend ist das meist nicht.»

Forschungszentrum Globaler Islam