Hannover (dpa) - Der bisherige Präsident Martin Kind hat der Opposition bei Hannover 96 zu ihren Wahlsiegen bei der Mitgliederversammlung gratuliert und sieht der Zusammenarbeit zwischen einem Kind-kritischen Vereinsvorstand und einer von ihm dominierten Profifußball-Gesellschaft gelassen entgegen.

«Die Opposition hat überzeugend gewonnen. Herzlichen Glückwunsch dazu», sagte der 74-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Dass die künftige Vereinsspitze einen Rückzug seines Antrags auf eine Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel im deutschen Fußball prüfen möchte und wie groß die Chancen für einen möglichen Rückzug seien, wollte Kind nicht kommentieren. «Das sind Rechtsfragen. Der neue Vorstand soll erst einmal in Ruhe seine Arbeit aufnehmen. Es ist zu früh, das zu kommentieren», sagte er.

Der Hörgeräte-Unternehmer hatte schon im Vorfeld der Mitgliederversammlung angekündigt, nach fast 22 Jahren als Präsident des eingetragenen Vereins aufzuhören und künftig nur noch Geschäftsführer der ausgegliederten Profifußball-Gesellschaft zu sein. Am Samstag wurden dann bei der Versammlung ausschließlich Kind-Kritiker in den fünfköpfigen Aufsichtsrat gewählt. Neuer Präsident soll der frühere Fanbeauftragte Sebastian Kramer werden.

Über das Verhältnis zwischen Mutterverein und Profiabteilung macht sich Kind aber auch unter den veränderten Umständen keine Sorgen. «Es gibt ein Profifußball-Unternehmen und einen eingetragenen Verein. Das sind zwei unterschiedliche Vereins- und Unternehmensphilosophien», sagte er. «Wir werden sehen, ob es eine Basis für eine Zusammenarbeit gibt. Sonst geht jeder seinen eigenen Weg.»

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