Frankfurt/Main (dpa) - Die weltweiten Konjunktursorgen haben den Dax weiter im Griff. Dagegen konnten auch überraschend gute deutsche Konjunkturdaten wenig ausrichten.

Nach einem verhaltenen Start gab auch das Ifo-Geschäftsklima dem deutschen Leitindex keinen dauerhaft positiven Impuls. Zuletzt notierte er 0,04 Prozent höher bei 11.368,21 Punkten.

Zuvor hatte der Dax drei Tage in Folge nachgegeben. Für den Index der mittelgroßen Konzerne MDax ging es zu Wochenbeginn um 0,17 Prozent auf 24.669,40 Punkte bergab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,07 Prozent auf 3308,01 Zähler.

Seitdem die US-Notenbank Fed am Mittwoch angekündigt habe, die Zinsen im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr zu erhöhen, mache die Angst vor einer Rezession die Runde, schrieb Analyst Christian Henke vom Broker IG. Die Experten der Schweizer Bank Credit Suisse betonten die schwachen Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und den USA vom Freitag - vor allem erstere hätten den Anlegern auf den Magen geschlagen.

Dagegen sei das im März überraschend gestiegene Ifo-Geschäftsklima «ein Hoffnungsschimmer, dass die deutsche Konjunktur nach einem schwachen zweiten Halbjahr 2018 nun langsam wieder Fuß fasst», schrieb Analyst Bernd Krampen von der NordLB. Zuvor war der Stimmungsindex sechs Monate in Folge gesunken.

Unternehmensnachrichten waren dünn gesät. Im MDax entwickelten sich die Aktien von Scout24 mit einem knappen Plus etwas überdurchschnittlich. Der Betreiber von Online-Portalen, der vor einer möglichen Übernahme durch die Finanzinvestoren Blackstone und Hellman & Friedman steht, legte detaillierte Jahreszahlen vor und will nach einem Gewinnplus eine höhere Dividende ausschütten.

Bei Vossloh konnten sich die Anleger über ein Kursplus von fast zwei Prozent und einen der vorderen Plätze im Nebenwerte-Index-SDax freuen. Laut Händlern profitierten die Titel des Bahninfrastrukturkonzerns von einem Bericht in der «Bild am Sonntag"». Diesem zufolge will die Bundesregierung in der kommenden Dekade rund 50 Milliarden Euro in die Modernisierung des Schienennetzes investieren.

Für deutlichere Kursausschläge sorgten indes einige Analystenkommentare. Bayer-Aktien sackten am Dax-Ende um weitere gut zweieinhalb Prozent auf 57,75 Euro ab und erreichten damit den tiefsten Stand seit dem Jahr 2012. Die US-Investmentbank Merrill Lynch strich nach einer Schlappe in einem Prozess rund um die Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup ihre Kaufempfehlung für die Titel des Pharma- und Agrarchemiekonzerns.

Derweil zählte FMC mit einem Kursanstieg um über anderthalb Prozent zu den Favoriten der Anleger im Dax. Die Anteilsscheine des Dialysespezialisten profitierten von einer Kaufempfehlung der Commerzbank. Analyst Oliver Metzger begründete die Hochstufung damit, dass die verbesserte Geschäftsdynamik und die guten Aussichten noch nicht ausreichend eingepreist seien.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,07 Prozent am Freitag auf minus 0,08 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 142,82 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,07Prozent auf 165,54 Punkte.

Der Euro notierte zuletzt bei 1,1316 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1302 (Donnerstag: 1,1387) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8848 (0,8782) Euro gekostet.