Berlin (dpa) - Mit einem betont konservativen und proeuropäischen Kurs wollen CSU und CDU sich im anstehenden Europawahlkampf gegen SPD, Grüne und die AfD abgrenzen.

«Unsere gemeinsame Sitzung steht im Gegensatz zu dem Parteitag der SPD mit einem klaren Kurs nach links», sagte CSU-Chef Markus Söder nach Angaben von Teilnehmern am Montag bei er gemeinsamen Vorstandssitzung von CDU und CSU in Berlin.

Bei dem Treffen sollte das erste gemeinsame Programm der Union zur Europawahl am 26. Mai verabschiedet werden. Die SPD hatte am Samstag auf einem Konvent ihr Wahlprogramm gebilligt.

Söder sagte den Angaben zufolge, die Union müsse Europa verteidigen - die Grünen wollten ein ungeschütztes Europa, den Populisten dürfe es ebenfalls nicht überlassen werden. Das gemeinsame Wahlprogramm von CDU und CSU trage daher eine andere Handschrift als vor bei der Wahl vor fünf Jahren. Hinzu komme, dass die Union und die EVP mit CSU-Vize Manfred Weber keinen «verordneten Spitzenkandidaten» habe sondern einen gemeinsamen aus Überzeugung. Dies sei ein neues «Signal der Stärke und Geschlossenheit ausgehend von heute».

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer lobten nach Angaben von Sitzungsteilnehmern das Wahlprogramm. AKK rief die Unionsschwestern auf, die nächsten Wochen zu nutzen, um Weber das «bestmögliche Ergebnis» zu ermöglichen. Merkel warnte in ihrer kurzen Rede zudem vor den Gefahren eines ungeordneten Brexits.