Frankfurt/Main (dpa) - Ein überraschender Einbruch der deutschen Industrieaufträge hat der zuletzt guten Börsenstimmung einen Dämpfer verpasst.

Der Dax fiel im frühen Handel um 0,18 Prozent auf 11.932,97 Punkte, nachdem er am Vortag noch auf den höchsten Stand seit sechs Monaten gestiegen war.

In den letzten Handelstagen war der deutsche Leitindex insgesamt um fast 5,5 Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang Oktober bei 11 961 Punkten geklettert.

Zur Wochenmitte brachten Nachrichten von einer bevorstehenden Einigung im US-chinesischen Handelsstreit die Märkte nochmals richtig in Fahrt. An diesem Donnerstag ist nun ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Vizeministerpräsidenten Liu He geplant.

Am Frankfurter Aktienmarkt bremsten unterdessen unerwartet schlechte Nachrichten aus der deutschen Industrie: Dort war der Auftragseingang im Februar um 4,2 Prozent zurückgegangen, das ist der stärkste Dämpfer seit Anfang 2017. Erwartet wurde hingegen ein leichter Anstieg.

Vor diesem Hintergrund kamen im frühen Handel auch im breiteren deutschen Markt und in Europa die Notierungen etwas zurück: Der Index der mittelgroßen Werte MDax gab zuletzt 0,11 Prozent auf 25 533,83 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,18 Prozent auf 3429,49 Zähler.

Unterdessen ringt die britische Politik weiter um einen Kompromiss, mit dem ein ungeordneter EU-Austritt am 12. April abgewendet werden soll.

Am Aktienmarkt stachen die Papiere der Commerzbank mit einem kräftigen Kursplus von knapp drei Prozent heraus, nachdem die «Financial Times» über ein Interesse der italienischen Unicredit an der zweitgrößten deutschen Bank berichtet hatte. Diese würde dem Bericht zufolge aber nur bereit stehen, sollten die Fusionsgespräche der Coba mit der Deutschen Bank scheitern. Die italienische Bank wollte auf Anfrage der Zeitung die Informationen nicht kommentieren. Für die Aktien des Dax-Konzerns ging nach dem Bericht am Index-Ende um knapp zwei Prozent abwärts.

Eine Kaufempfehlung der Schweizer UBS trieb die Papiere der Software AG mit mehr als vier Prozent Kursplus an die MDax-Spitze. Die Papiere des Autozulieferers Leoni kletterten nach einer Kaufempfehlung des Bankhauses Metzler um rund viereinhalb Prozent. Analyst Jürgen Pieper traut dem Hersteller von Kabeln und Bordnetz-Systemen in seiner aktuellen Studie ab 2020 massives Umsatzwachstum zu. Dabei seien die Papiere derzeit so niedrig bewertet wie seit der Krise 2009 nicht mehr.

Rocket Internet verteuerten sich nach Bekanntgabe der Jahresbilanz moderat. Der Start-up-Investor hatte 2018 einen Gewinn geschrieben, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Verlust angefallen war. Abseits der großen Indizes verschaffte ein Auftrag von einem asiatischen Neukunden der Manz-Aktie Luft, das Papier legte um fast sieben Prozent zu.