Frankfurt/Main (dpa) - Der konjunkturelle Höhepunkt dieser Woche ist an den Börsen bislang weitgehend verpufft.

Nach der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts stieg der Dax zwar erneut über die 12.000er Marke, die Gewinne hielten sich aber in Grenzen: Zuletzt rückte der Leitindex um 0,12 Prozent auf 12.002,60 Punkte leicht vor.

Einer robusten Zunahme der US-Beschäftigung im März steht ein nur geringer Anstieg der Stundenlöhne gegenüber.

In dieser Woche hatte die Rally des Dax weiter Fahrt aufgenommen. Für die ersten fünf Handelstage im April steht ein Plus von rund vier Prozent zu Buche.

Für Entspannung sorgen vor allem positive Signale für eine Einigung im US-chinesischen Handelsstreit. US-Präsident Donald Trump hatte am Vortag in der ihm eigenen Wortwahl ein «großartiges Abkommen» angekündigt.

Viele Marktbeobachter warnen jedoch davor, den Tag vor dem Abend zu loben: Solange es nicht zu konkreten Schritten komme, «steht die aktuelle Rally auf wackeligen Beinen», schrieb etwa Marktexperte Milan Cutkovic vom Broker Axitrader in seinem Morgenkommentar.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax legte zuletzt um 0,33 Prozent auf 25.555,18 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte ebenfalls moderat vor.

Auf Unternehmensseite fanden sich die Papiere des Software-Entwicklers SAP nach einer Verkaufsempfehlung durch die Investmentbank Oddo BHF mit einem Abschlag von 1,3 Prozent am Dax-Ende wieder.

Auch bei der Deutschen Börse dürfte die Geschäftsdynamik nachlassen, vermuten die Experten der Commerzbank, weshalb sie Prognosen kürzten und ihre bisherige Kaufempfehlung für den Titel kassierten. Die Aktien des Börsenbetreibers fielen um 0,7 Prozent. BASF-Anteile trotzten den Abstufungen von gleich zwei Häusern mit einem Aufschlag von 0,4 Prozent.

Papiere des Chipherstellers Infineon ließen sich dagegen nicht vom jüngsten Aufwärtskurs abbringen. Sie stiegen an der Dax-Spitze mit mehr als zwei Prozent Plus erstmals seit Anfang März wieder auf über 20 Euro. Auch der Erholungswettlauf bei Covestro ging weiter, zuletzt stand noch ein Plus von gut ein Prozent zu Buche.

Adidas-Anleger feierten schon jetzt die neue Kooperation mit dem US-Popstar Beyoncé, von der sich Experten mehr Wachstumsdynamik beim Sportartikelhersteller versprechen. Die Aktie erreichte gleich am Morgen ein Rekordhoch bei 228,40 Euro, zuletzt trat sie auf der Stelle.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,07 Prozent auf minus 0,06 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,06 Prozent auf 142,82 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,17 Prozent auf 165,16 Punkte nach.

Der Eurokurs trat nach dem US-Arbeitsmarktbericht weiter auf der Stelle, er notierte zuletzt auf 1,1228 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1219 Dollar festgesetzt.