Colombo (dpa) - Bei mutmaßlichen Terroranschlägen sind in Sri Lanka mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Das teilten die Polizei und Krankenhäuser mit. In drei katholischen Kirchen und drei Luxus-Hotels hatten sich am Ostersonntag binnen einer halben Stunde Explosionen ereignet.

Die Hintergründe waren zunächst unklar. Der Polizei zufolge ereigneten sich die Explosionen alle innerhalb einer halben Stunde.

Sri Lankas Premierminister Ranil Wickremesinghe berief eine Krisensitzung des Kabinetts ein. Der Minister für Wirtschaftsreform, Harsha de Silva, schrieb auf Twitter von zahlreichen Opfern, unter ihnen Ausländer. Er habe in einer Kirche in Colombo «schreckliche Szenen» erlebt. Er rief dazu auf, die Ruhe zu bewahren und zu Hause zu bleiben. Rettungsmaßnahmen liefen.

Der südasiatische Inselstaat ist ein beliebtes Touristenziel, auch für Europäer. Nur etwa sieben Prozent der Bevölkerung sind Christen. Die Mehrheit sind Buddhisten.

Sri Lankas Bürgerkrieg war 2009 nach 26 Jahren zu Ende gegangen. Die Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) hatte für einen unabhängigen tamilischen Staat im Norden des Landes gekämpft. Die Armee besiegte die Aufständischen schließlich mit aller Härte. Die UN wirft beiden Seiten Kriegsverbrechen vor.

Tweet des Ministers