Berlin (dpa) - Am sonnigen Osterwochenende sind zahlreiche Motorradfahrer auf deutschen Straßen verunglückt. Viele erlitten Verletzungen, mindestens zehn Biker starben nach Polizeiangaben.

Manche überholten unglücklich oder rasten in Kurven in den Gegenverkehr, andere wurden von Autofahrern übersehen. Tödliche Motorradunfälle meldete die Polizei seit Karfreitag aus Kirchen (Rheinland-Pfalz), Posthausen (Niedersachsen), Essen (Nordrhein-Westfalen), Schwanau, Geislingen an der Steige und Rechberghausen (Baden-Württemberg), Biebergemünd und dem Raum Frankfurt (Hessen), Elbingerode und Quedlinburg (Sachsen-Anhalt). An zahlreichen anderen Orten in Deutschland trugen Motorradfahrer mehr oder weniger schwere Verletzungen davon.

Allein in Nordrhein-Westfalen waren schon am ersten April-Wochenende sechs Menschen bei Motorradunfällen ums Leben gekommen. Im ersten Quartal 2019 hatte es dort deutlich mehr Crashs mit motorisierten Zweirädern als im gleichen Vorjahreszeitraum gegeben.

Bundesweit ist inzwischen mehr als jeder fünfte Verkehrstote ein Motorradfahrer, obwohl deren Anteil an den Verkehrsteilnehmern insgesamt viel geringer ist. Von 3265 tödlich Verunglückten auf Deutschlands Straßen waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Februar im vergangenen Jahr 699 Motorradfahrer.

Zu hohe Geschwindigkeit, mangelnde Kenntnis der Strecken und Selbstüberschätzung sind aus Sicht der Polizei häufige Gründe für schwere Unfälle. Oft verunglückten ortsfremde Fahrer, sagte ein Sprecher der Polizei im Hochsauerland. So kamen 2018 drei Viertel aller Unfallopfer nicht aus dem Kreis. Dorthin lockt es bei schönem Wetter viele Biker aus dem Ruhrgebiet oder den Niederlanden: «Viele unterschätzen die lange Anreise oder die anspruchsvollen Strecken.»

Bei Kirchen in Rheinland-Pfalz kam ein 37-jähriger Biker vermutlich wegen zu hoher Geschwindigkeit ums Leben. Der Mann schnitt am Samstagabend eine Linkskurve, musste dann dem Gegenverkehr ausweichen und stürzte, wie die Polizei mitteilte. Er starb noch an der Unfallstelle. Der 37-Jährige hatte den Angaben zufolge keinen Führerschein, das Motorrad war nicht zugelassen.

Im niedersächsischen Posthausen geschah nach Angaben der Polizei Verden bereits am Karfreitag ein Verkehrsunfall, bei dem eine 20-jährige Motorradfahrerin starb. Sie war in einer leichten Kurve von der Fahrbahn abgekommen und mit der Leitplanke kollidiert.

In Essen nahm ein Autofahrer einem 44-jährigen Motorradfahrer am Samstagabend die Vorfahrt, wie die Polizei mitteilte. Der 44-Jährige erlag noch an der Unfallstelle seinen verletzungen.

Bei Geislingen an der Steige verlor ein 51-Jähriger am Ostersonntag beim Überholen die Kontrolle über seine Maschine, wie die Polizei mitteilte. Er prallte gegen die Leitplanke und wurde auf eine Wiese geschleudert. Ein Rettungshubschrauber flog den Biker in eine Klinik, wo er am Abend starb. Bei Rechberghausen kam ein 69-jähriger Biker ums Leben, als er auf einer Landstraße ein Auto mit Anhänger überholte, das in dem Moment nach links abbog. Bereits am Karfreitag starb ein Fahrer in Schwanau, als das Auto eines 26-Jährigen bei einem Überholmanöver frontal mit seinem Motorrad zusammenstieß.

Bei Biebergemünd übersah ein abbiegender Autofahrer nach Polizeiangaben einen 48 Jahre alten Motorradfahrer, der stürzte und noch am Unfallort starb. Auf der Autobahn 3 bei Frankfurt am Main stürzte ein 66-jähriger Motorradfahrer aus zunächst ungeklärter Ursache. Dass ein Hubschrauber den tödlich Verletzten ins Krankenhaus flog, konnte ihn nicht mehr retten.

Bei Quedlinburg geriet ein Motorradfahrer in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn. Dort prallte er frontal mit einem Auto zusammen und starb noch an der Unfallstelle. Ähnlich erging es dem Biker, der am Samstag in der Nähe von Elbingerode das Leben verlor: Er geriet laut Polizei in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn und krachte dort ebenfalls mit einem Auto zusammen.