Frankfurt/Main (dpa) - Das Land Hessen wertet derzeit gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt und federführend für ganz Deutschland die «Panama Papers» aus.

Heute will Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) zusammen mit Experten einen Einblick geben, wie die Steuerverwaltung bei ihrer komplexen Arbeit vorgeht. Details sollen bei einem «Werkstattgespräch» in der Oberfinanzdirektion in Frankfurt gezeigt werden.

Vor drei Jahren hatte ein internationales Medien-Netzwerk mit den «Panama Papers» Finanzströme in der mittelamerikanischen Steueroase enthüllt. In Deutschland hatte die «Süddeutsche Zeitung» gemeinsam mit NDR und WDR die «Panama Papers» veröffentlicht. Durch die Enthüllungen waren weltweit Politiker, Geschäftsleute und Prominente unter Druck geraten.

Der den Medien zugespielte Datenberg zeigte große Geldströme nach Panama, wo Tausende Briefkastenfirmen angesiedelt sind. Im Kampf gegen Geldwäsche und Steuerbetrug hatte das Bundeskriminalamt im Sommer 2017 die «Panama Papers» gekauft.

Im Zuge der Enthüllungen habe es weltweit Nachzahlungen von umgerechnet mehr als einer Milliarde Euro gegeben, berichteten NDR, WDR und «Süddeutsche Zeitung» Anfang April. Allein in Deutschland seien bisher rund 150 Millionen Euro zusammengekommen.

Briefkastenfirmen sind nicht per se illegal. Sie werden aber auch für Steuerbetrug und Geldwäsche genutzt.