Stuttgart (dpa) - Beim Tennisturnier in Stuttgart hat es nach dem Viertelfinal-Aus von Wimbledonsiegerin Angelique Kerber zum zweiten Mal in Serie keine deutsche Spielerin unter die Top Vier geschafft.

Kerber verlor ihr zweites Match nach der Krankheitspause gegen Kiki Bertens aus den Niederlanden 3:6, 4:6. 2015 und 2016 hatte die dreimalige Grand-Slam-Siegerin vor heimischem Publikum gewonnen, 2017 holte Laura Siegemund den Titel bei dem beliebtesten Turnier auf der WTA-Tour.

«Natürlich bin ich enttäuscht, dass es heute nicht gereicht hat. Aber ich habe alles gegeben, habe alles auf dem Platz gelassen», sagte Kerber nach den 75 intensiven Minuten vor ihrem Heimpublikum. «Mit den Umständen, wie ich hier her gekommen bin, war das trotzdem 'ne gute Woche für mich.»

Bei dem mit 820.977 Euro dotierten Sandplatz-Wettbewerb trifft Bertens am Samstag auf Petra Kvitova aus Tschechien. «Das wird ein hartes Match, ich freue mich darauf», sagte sie. «Ich habe ein solides und gutes Match gespielt.» Im anderen Halbfinale spielt die Weltranglistenerste Naomi Osaka gegen die Estin Anett Kontaveit.

Einen Tag nach dem Sieg gegen ihre Tennisfreundin Andrea Petkovic im Achtelfinale hatte Kerber insbesondere bei eigenem Aufschlag Mühe mit Bertens Antworten. Im ersten Satz kassierte sie so das Break zum 3:5, im zweiten Satz das zum 2:3. Für ihre Punktgewinne brauchte Kerber, die wegen ihrer Krankheit zuletzt noch auf das Fed-Cup-Spiel gegen Lettland verzichtet hatte, viel mehr Energie als Bertens und musste diesem Aufwand mit zunehmender Spieldauer Tribut zollen.

Gelangen dennoch wichtige Punkte, wie der zum 3:4 im zweiten Satz, schrie Kerber vor Freude und Erleichterung. «Ich hatte das Gefühl, dass ich gut gespielt habe, aber sie hatte am Ende immer eine Antwort», sagte Kerber.

Angesichts der Umstände war der Auftakt in die Sandplatz-Saison für Kerber auf dem ungeliebten Belag in Ordnung. Höhepunkt sind die French Open, die Ende Mai beginnen. Das Grand-Slam-Turnier in Paris fehlt der 31 Jahre alten Kielerin noch in ihrer Titel-Sammlung.

Australian-Open-Gewinnerin Osaka musste ebenfalls schwer arbeiten, hatte das bessere Ende aber für sich. Beim 6:3, 4:6, 7:6 (7:4) gegen Donna Vekic aus Kroatien lag sie im dritten Satz bereits mit 1:5 zurück. «Da war ich etwas gestresst», gestand die 21 Jahre alte Japanerin im Anschluss, war aber glücklich über den Erfolg. «Ich spiele nicht so gut auf Sand, ich glaube, das ist mein erstes Halbfinale auf Sand. Das ist ziemlich gut.»

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