Berlin (dpa) - Nach Wolfsrissen soll es künftig einfacher sein, die Raubtiere in der Region abzuschießen.

Das Bundeskabinett billigte in Berlin einen Gesetzentwurf von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), der den Abschuss von Wölfen auch dann ermöglicht, wenn unklar ist, welches Tier genau zum Beispiel die Schafherde angegriffen hat.

Es können so lange Wölfe geschossen werden, bis es keine Schäden mehr gibt, auch wenn damit ein ganzes Wolfsrudel getötet wird. Die Behörden müssen aber jeden Fall genehmigen, es gibt zeitliche und räumliche Grenzen. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) erklärte, sie halte die Maßnahmen für nicht ausreichend.

Die Pläne sehen vor, dass künftig schon «ernste» Schäden für die Abwehr ausreichen. Sie müssen nicht mehr «erheblich» sein. Das Füttern und Anlocken wilder Wölfe soll ausdrücklich verboten werden, damit sie sich nicht an die Nähe von Menschen gewöhnen. Mischlinge aus Wolf und Hund, sogenannte Hybriden, sollen geschossen werden.

Agrarministerin Klöckner erklärte, angesichts der «rasch zunehmenden Wolfspopulation und den damit ebenfalls zunehmenden Nutztierrissen» halte ihr Ministerium weitere Schritte für nötig. Sie will die «Entnahme einer begrenzten und behördlich spezifizierten Anzahl von Wölfen unter strenger Kontrolle, selektiv und in beschränktem Ausmaß» zulassen, auch wenn es keine Schäden an Nutztieren gab - sprich, der Abschuss soll auch vorbeugend ermöglicht werden, nicht erst als Reaktion auf Schäden. Änderungen könnten nun im parlamentarischen Verfahren kommen, teilte das Agrarministerium mit.