Berlin (dpa) - Die AfD ist bei der Europawahl hinter ihren eigenen Erwartungen zurückgeblieben. AfD-Chef Alexander Gauland sprach von einem «schwierigen Wahlkampf» für seine Partei. Angesichts dessen sei er mit dem Ergebnis von etwas über zehn Prozent zufrieden, sagte er am Sonntagabend im ZDF.

Bei der Bundestagswahl 2017 hatten 12,6 Prozent der Wähler die AfD gewählt. Mehrere Mitglieder des Parteivorstandes sagten am Sonntagabend bei einer Wahlparty in Berlin, der Skandal um den österreichischen Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) habe der AfD den Wahlkampf auf den letzten Metern erschwert.

Spitzenkandidat Jörg Meuthen betonte jedoch, die AfD werde auf jeden Fall im Europäischen Parlament mit der FPÖ und der italienischen Lega zusammenarbeiten. Er sagte: «Wir gehen nach Brüssel, um die EU zu reparieren, um sie auf ihre Kernaufgaben zu reduzieren.» Die AfD habe in Brüssel jetzt eine «bärenstarke Gruppe».

Einige AfD-Wahlkämpfer sagten, auch die Parteispenden-Affäre habe sich wohl negativ auf das Europawahl-Ergebnis ausgewirkt. Andere mutmaßten, es sei vielleicht unklug gewesen, den Austritt Deutschlands aus der EU als Möglichkeit ins Wahlprogramm aufzunehmen. Kritik an Meuthen war nicht zu hören. Vor dem Veranstaltungsort skandierten mehrere Dutzend Demonstranten Parolen wie «Ganz Berlin hasst die AfD.»

Die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, nahm an der Wahlparty nicht teil. Sie lobte aber schriftlich Meuthens Wahlkampf. «Eine weitere Erkenntnis: Die GroKo hat fertig. Nach dieser gewaltigen Wahlklatsche der SPD kann die Koalition nicht zur Tagesordnung übergehen.»